Nach zweimonatigen Ermittlungen gegen zwei jetzige und vier ehemalige Topmanager der HSH Nordbank hat die Staatsanwaltschaft wegen Verdacht auf schwere Untreue und Bilanzfälschung die Durchsuchungen durchgeführt. Es geht unter anderem um ein Geschäft mit dem Codenamen Omega 55 aus dem Jahr 2007, das Geschäft soll von dem jetzt noch amtierenden Vorstandchef Dirk Jens Nonnenmacher abgezeichnet worden sein. Gegen Nonnenmacher wird auch von Seiten der Staatsanwaltschaft ermittelt, aber seine Wohnung wurde gestern nicht durchsucht. Die HSH Nordbank hatte zusammen mit der französischen BNP Paribas Wertpapiere in Zweckgesellschaften ausgelagert, dabei wurde Eigenkapital gesenkt. Das Risiko trug aber weiterhin die HSH. Als die Finanzkrise kam, entstanden Verluste in Höhe von 500 Millionen Euro und führten im Nachhinein zu Abschreibungen des Betrags. Der frühere Vorstandchef Hans Berger trat auf Grund der Sache im Herbst 2008 zurück, sein Nachfolger wurde der damalige Finanzvorstand Nonnenmacher, der also ebenfalls im der Affäre verwickelt war. Die Gesamtverluste im Jahr 2008 beliefen sich auf 2,8 Milliarden Euro. Die HSH Nordbank wäre ohne die daraufhin folgende staatliche Hilfe bankrott gegangen.