Am heutigen Dienstag wurden die Ergebnisse der nationalen Erweiterung der Internationalen Grundschul-Leseuntersuchung (Iglu) in berlin präsentiert. Anhand der Studie wird das Leseverständnis von Schülern der 4. Jahrgangsstufe geprüft. Im nationalen Vergleich fiel auf, dass die Leseleistung von Mädchen und Jungen insgesamt als nicht schlecht angesehen wird (Thüringen liegt im Bundesvergleich an der Spitze und fast gleichauf mit dem „Branchenprimus“ Russland), es zeigte sich aber, dass gerade in den Stadtstaaten sehr viele Lesemuffel anzutreffen sind (Berlin, Hamburg und Bremen bekleiden im Ländervergleich die hinteren Ränge). Hier sind es vor allen Dingen die Jungen, denen der Griff zum Buch nicht zur Gewohnheit geworden ist (20 Prozent gegenüber neun Prozent bei den Mädchen). Wenn sie sich aber einmal dazu entschlossen hatten, steigerten sie ihre Leistungen signifikanter als die Mädchen.
Ein Problem der Studie war, dass bis auf die Feststellung, dass alle in der 4. Klasse mehr oder minder gut lesen können, weitere Erkenntnisse auf Wunsch der Kultusminister erst im Frühjahr 2009 veröffentlicht werden sollen. Es wurden z.B. nichts darüber gesagt, ob es sinnvoll ist, den Kindern schon in der 4. Klasse eine Empfehlung für die weiterführende Schule zu geben oder inwieweit die soziale Herkunft eine Rolle bei der Leseleistung spielt. So lasen Kinder, die aus belesenen Familien kommen, im Schnitt immer besser, Kinder aus Migrantenfamilien durchweg schlechter. Berlins Schulsenator Jürgen Zöllner (SPD) hat als Reaktion ein Maßnahmenpaket zur Verbesserung der Sprachförderung in Kitas und Schulen für 2009 angekündigt.