Die Koalitionsverhandlungen beginnen morgen, und zwar in den Räumlichkeiten des NRW-Landkreistags in Düsseldorf. Die SPD und Grünen wollen mit dieser Ortswahl in mehrerer Hinsicht signalieren, dass sie die finanzielle Lage der Kommunen ernst nehmen und diese verbessern möchten. Hannelore Kraft war auch sehr eindeutig im Versprechen zu den Kommunen: " Wir müssen uns um die Kommunalfinanzen kümmern, wir kennen die Erwartungen dort." Dazu kommt, dass der Landkreistag stark von der CDU dominiert wird - so sind nur fünf von 30 Mitgliedern der Landkreise SPD-geführt. Der Wille zum Brückenbau zur CDU lässt sich da wohl nicht verneinen.
Der Plan ist, dass sich Hannelore Kraft Mitte Juli zur Wahl im Landtag stellen wird, falls die Koalitionsverhandlungen bis dahin erfolgreich abgeschlossen werden. Den beiden Parteien fehlt aber eine Stimme, um eine Mehrheitsregierung bilden zu können. Deswegen wird nach dieser einen Stimme außerhalb der vermeintlichen Koalition gesucht, um eine Minderheitsregierung bilden zu können. Die Linke hat deutlich gemacht, dass sie zwar den noch geschäftsführenden Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers (CDU) nicht im Amt halten wollen. Aber Linken-Bundes-vorsitzender Klaus Ernst fügt hinzu: " Ob wir Frau Kraft wählen, werden wir entscheiden, wenn klar ist, wo Rot-Grün hin will." Ein endgültiges Ja zu Rot-Grün hänge unter anderem aber davon ab, ob die Studiengebühren schon zum Wintersemester abgeschafft werden.