Im nächsten Jahr sind in Brandenburg Landtagswahlen – aber die Sondierungsgespräche für mögliche Koalitionen gehen nach den Kommunalwahlen vom letzten Sonntag schon jetzt los. Nachdem die CDU nur noch drittstärkste Partei in den Kommunen ist und die Linke fast gleichauf mit der SPD liegt, stellt man sich auf Seiten der Sozialdemokraten auf zweierlei ein: dass die Koalition mit der CDU zumindest bis zur Landtagswahl weitergeführt wird und das die Zeit der rot-roten Auseinandersetzungen gekommen ist. Dabei ist die SPD (noch) in einer starken Position: In zehn von 14 Landkreisen ist sie jetzt die stärkste Kraft, in allen vier großen Städten hat sie deutliche Zugewinne gemacht. Insgesamt sind für sie in elf Kreistagen rein rechnerisch rot-rote Bündnisse möglich, mit der CDU nur noch in drei Kreistagen.
Diese ist nach der herben Niederlage dabei, ihre Wunden zu lecken und wie die Bayern das Führungspersonal auszutauschen. So soll die Wissenschaftsministerin Johanna Wanka neue Parteivorsitzende und Spitzenkandidatin für 2009 werden, der jetzige Landeschef Ulrich Junghanns will sich aufgrund des ewigen Zwists mit seinem Vize Sven Pethke aus dem repräsentativen ins operative Geschäft zurückziehen. Allerdings wie immer keine Kür ohne Pflicht: Teile der Brandenburger Union liebäugeln damit. Ex-Justizministerin Barbara Richstein zur Spitzenkandidatin zu küren.