Die saarländischen Landtagsabgeordneten brachten Anfang Mai nicht nur ihren Haushalt mit einer Rekordverschukdung von einer Milliarde Euro unter Dach und Fach. Sie kauften auch für rd. 65 Millionen Euro 25,2 Prozent der Anteile ihrer SaarLB von der überschuldeten BayernLB zurück und halten damit wieder eine (knappe) Mehrheit der Anteile im Landesbesitz. Finanzexperten sprachen von "einem Schritt genau in die entgegengesetzte Richtung" einer notwendigen Neuordnung der Landesbanken.
Politiker von CDU, SPD und Die Linke erklärten aber, man brauche "ein eigenes Instrument zur Förderung der regionalen Wirtschaft" (Prof. Bierbaum, Linke) und "um diese Funtkion sicherzustellen", sei es sinnvoll, "dass sich das Saarland vorübergehend stärker bei der SaarLB engagiert" (Wirtschaftsminister Peter Jacoby, CDU). Außerdem wurde für den Rückkauf der restlichen 49,9 Prozent der Anteile von der BayernLB eine Option vereinbart. Die regierende Jamaikakoalition will zwar langfristig wieder verkaufen, an wen ist aber unklar. Politische Insider meinen, der Sparkassenverband Rheinland-Pfalz, der gerade bei der ebenfalls verschuldeten LBBW ausgestiegen sei, könne ein geeigneter Partner für das kleine saarländische Finanzinstitut sein.