Am Sonntagabend konnte Dieter Salomon strahlen: Bereits im ersten Wahlgang wurde der 49-jährige als Freiburger OB bestätigt. Salomon, der bis zu seiner ersten OB-Wahl im Jahr 2002 Fraktionsvorsitzender der Grünen im Landtag von Baden-Württemberg gewesen war, galt seit langem als Befürworter eines schwarz-grünen Bündnisses. Mit einem - gescheiterten - Versuch, die Freiburger Wohnungsgesellschaft zu privatisieren, vergraulte er viele linke Wähler und regierte dann mit einem Bündnis aus Grünen, CDU und bürgerlichen Freien Wählern. Konservativen Stimmen verdankte er offenkundig auch seinen Wahlsieg: Die CDU hatte zwar keine Wahlempfehlung gegeben, aber auf die Aufstellung eines eigenen Kandidaten verzichtet. Die beiden linken Kandidaten erreichten gemeinsam fast 50 Prozent. Diese verteilten sich aber auf Sozialbürgermeister Ulrich von Kirchbach (SPD) mit 29,2 Prozent sowie auf den parteilosen Hochschullehrer Günter Rausch, der für die unabhängig-linke Initiative WIR ("Wechsel-im-Rathaus") 20,1 Prozent holte. Salomon galt nach einer Umfrage der Badischen Zeitung in 20 Kandidatenveranstaltungen als der kompetenteste Kandidat, nur im Bereich Soziales lag von Kirchbach vor ihm. Auf die Frage nach der künftigen Zusammenarbeit mit seinem Dezernenten, erklärte der frisch im Amt bestätigte OB und Dr. phil, Kirchbach könne nun "seine beschränkten Möglichkeiten wieder im Dezernatsausschuss einbringen."
In der alten Hansestadt Wismar in Mecklenburg-Vorpommern gab es dagegen einen Wechsel: Für die langjährige Bürgermeisterin Rosemarie Wilcken, die nicht mehr antrat, wurde ihr Senator Thomas Beyer mit 63,1 Prozent gewählt und setzte die ununterbrochene Ära der SPD-Regierung seit 1990 fort. Der bisherige Senator für Bildung und Kultur, Jugend und Sport, Soziales und Gesundheit, Beyer, tritt am 20. Juli sein Amt an. Seine Gegenkandidaten kamen über 11 Prozent (parteilos), 10 (Linke) und 7 Prozent (CDU) nicht hinaus. Die Wahlbeteiligung lag bei 47,3 Prozent.