Am Samtag Abend wurde die Schlichtung als Tarifvertrag übernommen und zwar weitgehend in der Form, die die Schlichter ausgehandelt haben. Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (CDU) möchte den Vertrag auf die 360 000 Bundesbeamte sowie auf Soldaten und Pensionäre übertragen. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) fand die Eignigung "beispielhaft". Frank Bsirske, Gewerkschaftvorsitzender der Vereinigten Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi), war eher moderat in seiner Äußerungen und meinte, dass das Ergebnis zwar keine "Jubelstürme" auslösen würde, aber mehr sei als erwartet. Nach Berechungen von Verdi hat das Gesamtpaket einen Wert von 3,5 Prozent mehr für die Arbeitsnehmer.
Der kommunale Verhandlungsführer Thomas Böhle meinte, dass man in Zeiten der schlechten kommunalen Finanzlage an die Grenze gegangen sei: "Unser Grundproblem beleibt die Unterfinanzierung der Kommunen, die immer mehr zerrieben werden zwischen steigenden Ausgaben und sinkenden Einnahmen." Der Tarifabschluss wird dieses Jahr die Kommunen 1,1 Milliarden Euro kosten, 2011 1,3 Milliarden Euro.
Bei den Gewerkschaften wird es jetzt eine Mitgliederbefragung geben. Falls die Verdi-Mitglieder den Tarifabschluss ablehnen, wird es im Notfall Streiks geben, hieß es von Verdi. Verdi hatte von Anfang an insgesamt fünf Prozent mehr Gehalt für die Mitglieder gefordert, um danach auf 3,5 Prozent runterzugehen.