Die Sparkassen wenden sich gegen das Bad Bank-Modell des Bundes und verweigern die Haftung für die Verluste der Landesbanken. Dies geht aus einem Schreiben des Sparkassenverbandspräsidenten Heinrich Haasis hervor, das dieser Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Finanzern der Koalitionsfraktionen im Deutschen Bundestag am Wochenende geschrieben hatte. Grundsätzlich unterstützt der Sparkassenverband den entwurf des Bundes, der morgen beschlossen werden soll. Die Haftung für Verluste würde aber die Sparkassen gefährden und die Kreditvergabe eventuell einschärnken, so Haasis in dem Brief: "Das ist eine ungerechtfertigte Benachteiligung und würde die Stabilität der Sparkassen gefährden". Auch Gerd Landsberg, Geschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebunds, warnte davor, die Landesbanken auf Kosten der Sparkassen zu konsolidieren.
Genau das geschieht z.B. gerade in NRW: Hier müssen die Sparkassen als Mehrheitseigentümer der maroden Landesbank WestLB weitere Milliarden Euro nachschießen. Von 4 Milliarden rd. 2, die übrigen kommen vom land und den Landschaftsverbänden. Zuvor hatten die Eigentümer der Bank bereits fünf Millliarden Euro genehmigt, damit steigen die Bürgschaften auf neun Milliarden Euro. Allerdings wurden von den ersten fünf Milliarden laut NRW-Finanzminister Helmut Linssen "erst" 280 Millionen Euro in Anspruch genommen. Ihr Ja verbinden die Sparkassen in NRW mit der Erwartung, dass die Bürgschaften möglichst rasch in die geplante Bad Bank für Landesbanken überführt werden. Keine einfache Verhandlungsposition für die Sparkassen auf Bundesebene, denen CDU/CSU-Finanzsprecher Otto Bernhardt bereits bedeutete, der Entwurf des Finanzministeriums würde wohl nicht mehr geändert werden. Minister Peer Steinbrück hatte stets klar gemacht, dass er die Eigentümer in der Pflicht sieht, für Verluste der Landesbanken zu haften.