Geplante Investitionen in erneuerbare Energien werden ausfallen, wenn die schwarz-gelbe Bundesregierung die Laufzeiten der Atomkraftwerke verlängert. So klar ist die Ansage von 150 Stadtwerken an die Regierung. Sie drohen für den Fall einer Verlängerung mit dem Ende von Investitionen in zweistelliger Milliardenhöhe. VKU-Präsident und Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil erklärt: "Eine Laufzeitverlängerung nimmt der Umstrukturierung der Energieerzeugung die erforderliche Dynamik~", weil die Stadtwerke vor allem klimafreundliche Energien in Planung haben. Als "einen massiven Eingriff in die Marktverhältnisse" betrachtet Weil eine mögliche Restlaufzeitverlängerung durch Schwarz-Gelb.
Die Stadtwerke erzeugen heute zehn Prozent der Energie in Deutschland. Darüber sind sie in weit größerem Umfang auch Netzbetreiber. Der Atomausstieg war für 2022 geplant, aber die Bundesregierung will jetzt eine Verlängerung der Laufzeiten der bundesweit 17 Atomkraftwerke durchsetzen.
Die Verlängerung der Laufzeiten könnte entweder wenige Jahre betragen, wofür sich Bundesumweltminister Nobert Röttgen (CDU) einsetzt. Der Wirtschaftsflügel in der Union ist aber für eine großzügigere Regelung für die Nuklearindustrie. Die SPD-Opposition macht wie die Stadtwerke Front gegen längere AKW-Laufzeiten und ruft für Samstag, den 24. April, zu einem Anti-Atom-Tag auf, bei dem u.a. SPD-Parteichef Sigmar Gabriel sich an einer Menschenkette zwischen den älteren AKW Brunsbüttel und Krümmel beteiligen will, die laut Atomkonsens demnächst abgeschaltet werden müssten.