Es sei ihm nicht leicht gefallen, die CDU zu verlassen, doch dies seien Methoden "wie zu besten Stasi-Zeiten", sagte Uhl. Sein Vertrauensverhältnis zur Stuttgarter CDU sei irreparabel zerstört. Uhl erklärte im Zusammenhang mit seiner Bespitzelung hätte ihm ein nicht näher genanntes CDU-Mitglied erklärt, es arbeite "im Auftrag". Er kritisierte, dass die Stuttgarter Parteiführung um Kreischef Christoph Palmer, nichts gegen die Bespitzelung getan habe.
Die krisengeplagte Stuttgarter CDU hingegen macht Uhl Vorwürfe, auch im Zusammenhang mit seinem Rücktritt vom Fraktionsvorsitz im April. Uhl hatte seiner Partei Vorstrafen aus früheren Jahren verschwiegen, wie ein CDU-Mitglied herausgefunden hatte. Bei den Vorstrafen handelte es sich unter anderem um Warenkreditbetrug und Insolvenzverschleppung.
Die Fraktionsvorsitzende Iris Ripsam hatte in der Nacht per SMS von Uhls Wechsel zur FDP erfahren. Sie kritisierte die Entscheidung ihres nunmehr ehemaligen Parteikollegen als "nicht akzeptabel", so Ripsam. Sie gehe davon aus, dass die Mitglieder der Fraktion nicht mit den vorgebrachten Vorwürfen in Zusammenhang stehen.
Das Ratsmandat nimmt Uhl mit zur FDP, die damit auf fünf Sitze kommt. Die CDU hat im 60-köpfigen Gemeinderat von Stuttgart jetzt nur noch 20 Sitze.