„Finger Weg vom dreigliedrigen Bankensystem, das hat sich bewährt“, sagte Steinmeier am Vorabend des Deutschen Städtetages in Bochum. Gerade die Sparkassen hätten sich in der Krise als Stabilitätsfaktor im deutschen Kreditwesen erwiesen. „Wir müssen dafür sorgen, dass das Vertrauen der Sparer, der Verbraucher in das deutsche Kreditwesensystem nicht völlig verloren geht, dazu brauchen wir die Sparkassen ganz dringend“ sagte der SPD-Vize.
Steinmeier verwies darauf, dass die Sparkassen derzeit die Hauptlast der Kreditversorgung für die kleinen und mittelständischen Unternehmen trügen. Kritik übte er an Bundeskanzlerin Angela Merkel, die sich im vergangenen Jahr für eine Privatisierung der Sparkassen ausgesprochen habe. Dazu habe aber glücklicherweise die Zeit nicht gereicht, so Steinmeier.
Zuvor hatte sich bereits der amtierende Städtetagspräsident und Oberbürgermeister von München Christian Ude (SPD) für den Erhalt der Sparkassen stark gemacht. Mit ihrem Geschäftsmodell hätten sie sich als Stabilitätsfaktor in der Krise erwiesen und sogar zusätzlich Kunden gewonnen. „Wir haben die Sparkassen erfolgreich vor den Privatisierung geschützt", betonte der Städtetagspräsident. Nun gelte es zu verhindern, dass die Krise der Landesbanken auf die Sparkassen zu übertragen werde. Es dürfe nicht zu Fusionen von kriselnden Landesbanken mit gesunden Sparkassen kommen, forderte Ude.
Der Präsident des Deutschen Landkreistages Hans-Günther Henneke lehnte Fusion von Landesbanken mit Sparkassen ebenfalls ab. Die Sparkassen seien aber zur Zusammenarbeit mit den Landesbanken bereit, sagte Henneke der „Süddeutschen Zeitung“.
Statt auf die Sparkassen zu schielen, sollten sich die Landesbanken aber für Fusionen untereinander oder für den Einstieg privater Kapitalgeber öffnen. „Die Sparkassen sind von der Finanzkrise kaum berührt. Müssten jetzt die Sparkassen für die Fehler der Landesbanken bluten, würde das die Tatsachen auf den Kopf stellen“, so Henneke.