Nach der dritten ergebnislosen Verhandlungsrunde erklärten die Verhandlungsführer von öffentlichen Arbeitgebern und Arbeitnehmern die Tarifrunde für gescheitert. Laut Verdi-Chef Frank Bsirske hätten die Arbeitgeber ein Angebot im Umfang von drei Prozent mit einer Laufzeit von zwei Jahren vorgelegt. Die Gewerkschaften hatten Maßnahmen in einem Gesamtumfang von fünf Prozent gefordert, was die Arbeitgeber als völlig überzogen zurückgewiesen hatten. Bei den gestrigen Verhandlungen waren die Arbeitnehmervertreter mit ihren Forderungen auf rd. 3,5 Prozent zurückgegangen, was das Scheitern aber nicht mehr verhindern konnte. Im Anschluss machten sich verdi-Chef Frank Bsirske und Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (CDU) gegenseitig für das Scheitern verantwortlich.
Nun sollen der frühere sächsische Ministerpräsident und einstige Münsteraner Kämmerer Georg Milbradt (CDU) sowie der langjährige hannoversche OB und Ehrenvorsitzende der Bundes-SGK, Herbert Schmalstieg (SPD) ab 18. Februar schlichten. Geplant ist, dass der Schlichtungsvorschlag etwa am 24./25. Februar vorliegt. "Wir wollen den Tarifabschluss noch im Februar", so Frank Stöhr, der erste Vorsitzende der Tarifunion des Deutschen Beamtenbunds (dbb). Stöhr hatte zuvor darauf hingewiesen, dass es "für die Stabilisierung der kommunalen Finanzen eine Steuerstrukturreform, keine Nullrunden im öffentlichen Dienst" brauche.