Mit seinem überzeugenden Sieg beendet Albig ein sechsjähriges CDU-Intermezzo im Kieler Rathaus. Zuvor war das Rathaus mehr als 50 Jahre in sozialdemokratischer Hand gewesen. Der Sprecher von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück wird sein Amt Mitte Juni antreten – rechtzeitig, um die Kieler Woche zu eröffnen. Bis dahin muss Albig pendeln: seine Familie wohnt in Kiel, denn Albig, der nach eigener Aussage schon immer Kieler Oberbürgermeister werden wollte, arbeitete bereits von 2002 bis 2006 als Dezernent für Bürgerangelegenheiten, Ordnung, Personal und Inneres in der Stadt an der Förde.
Während die geschlagene CDU-Amtsinhaberin Angelika Volquartz erklärte: "Ich bin sehr enttäuscht, damit habe ich nicht gerechnet", feierte der auf Anhieb siegreiche Kandidat mit seinen Anhängern. "Wir haben auf Themen gesetzt, um deutlich zu machen, dass man mit einem Inhalts-Wahlkampf und Argumenten die Sozialdemokraten wieder zur Wahl bringen kann," so Albig nach dem Erfolg. Er kündigte an, verstärkt in Bildung zu investieren. "Das wird nicht einfach, denn das Geld müssen wir woanders hernehmen," so Albig weiter. Für SPD-Landeschef Ralf Stegner "gibt es mit der Wahl von Torsten Albig zusätzlichen Schwung und neue Gestaltungsmöglichkewiten für eine Kommunalpolitik, die Arbeit, Bildung, soziale Gerechtigkeit und eine moderne Stadtentwicklung in das politische Zentrum stellt." Für die bevorstehenden Wahlkämpfe sei dieser Sieg "ein starker Rückenwind für die Nord-SPD und darüber hinaus." Stegner wie Albig bedauerten allerdings die geringe Wahlbeteiligung von nur 36,1 Prozent, "sie ist uns ein ansporn noch stärker für Demokratie und soziale Politik zu werben", so Ralf Stegner in seiner Gratulationsmitteilung.
Quellen: Wahlmitteilung der Bundes-SGK, FAZ vom 16. März, PM der SPD Schleswig-Holstein vom 16. März, spiegel-online vom 15. März, 20.01 Uhr
Torsten Albig im DEMO-Kommunalwahlblog.