Ein Sozialdemokrat hatte gestern auf jeden Fall gut lachen: Ullrich Sierau, Dortmunds SPD-Stadtdirektor, brachte gestern das Kunststück fertig, innerhalb von neun Monaten das zweite Mal zum OB der Westfalenmetropole gewählt zu werden. Sierau erreicht nach Auszählung 413 von 418 Wahlkreise mit 43,8 Prozent vor Joachim Pohlmann (CDU), dem gemeinsamen Kandidaten von CDU, FDP und Bürgerliste, der 37,4 Prozent erreichte. Der grüne Kandidat Mario Krüger schaffte 10, der linke Kandidat Helmut Manz 5,3 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag – trotz des paralellen Landtagswahltermins – bei schwachen 43,8 Prozent.
Das drückt sicher die Verärgerung vieler Wählerinnen und Wähler aus, die bereits im August 2009 Sierau mit deutlichem Vorsprung zum OB gewählt hatten. Dann enthüllte Amtsvorgänger Gerhard Langemeyer ein Haushaltsloch von rd. 100 Millionen Euro, die Opposition sprach von Wahlbetrug und Sierau gab sein Ok für eine Neuwahl. Trotz eigener Patzer – Sierau ließ sich anfangs irrtümlich weiter ein OB-Gehalt auszahlen – verfing die Kampagne des bürgerlichen Lagers nicht: Sieraus Vorsprung schmolz von 45 zu 36 in der ersten auf 43 zu 37 in der zweiten Wahl. Am Ende trauten aber die Dortmunder ihrem Stadtdirektor und erfahrenen Verwaltungsmann eher zu, ihre Stadt zu führen, als dem bürgerlichen Anwalt Pohlmann. Das bestätigten auch die Landtagswahlen sowie die Wahl zur Bezirksvertretung in Brakel: Alle Landtagsmandate gingen wieder an die Kandidaten der SPD, in Brakel lag die SPD mit 44,8 Prozent klar vor der CDU (26,4), aber auch vor den gestärkten Grünen (15,8) und der Linken (5,8). Die Westerwelle-Partei schaffte ganze 2,8 Prozent.