Weil sich durch Kumulieren und Panaschieren die Auszählung der Wahlergebnisse noch bis in den Dienstag Abend hinziehen wird, sind die Kommunalwahlergebnisse für Baden-Württemberg noch vorläufig, dafür nicht wenig überraschend: In Stuttgart gelang es den Grünen, zumindest zweitstärkste Kraft zu werden. Mit etwas Glück könnte es ihnen sogar gelingen, die CDU hinter sich zu lassen (momentan noch 18 zu 15 Sitze für die CDU). Die SPD erreichte bei der Gemeinderatswahl elf Sitze zu neun im Jahr 2004; die Linke zog mit zwei Sitzen ein.
Das gelang ihr auch in Heilbronn, während dort die CDU mit 32,3 knapp ihre Mehrheit verteidigte (37,5 Prozent 2004) und auch die SPD Federn lassen musste (25,3 Prozent gegenüber 27 Prozent 2004). In Tübingen legten die Grünen auf Kosten der Freien Wähler zu, zweitstärkste Kraft blieb die CDU, gefolgt von der SPD.
In Reutlingen blieb die CDU die stärkste Kraft, die SPD steigerte ihr Ergebnis um 0,5 Prozent auf 20,5 Prozent, die Linken konnten erstmals einen Sitz erringen.
Große Wahlsieger in allen Wahlkreisen in Baden-Württemberg waren die FDP und die Linke, die CDU verlor überall, besonders deutlich im ländlichen Raum, konnte ihre Führung zum größten Teil aber behaupten. Die Grünen bleiben drittstärkste Partei im Ländle, während die SPD in zwei Landkreisen (Ravensburg und Bodenseekreis) nur viertstärkste Partei geworden ist.
Weniger spektakulär ging es Sachsen zu: Verlierer sind auch hier die beiden großen Volksparteien und die Linke. Während die CDU gegenüber 2004 2,1 Prozent der Wählerstimmen verlor, waren es für die SPD nur 0,2, für die Linke als Nachfolgerin der PDS sogar 3,2 Prozent. In absoluten Zahlen heißt das aber, dass die CDU mit 37,2 Prozent die führende Kraft bleibt, gefolgt von der Linken mit 15,4 Prozent. Schlusslicht bleibt die SPD in diesem Dreiergestirn mit 10,9 Prozent. Die Wählervereinigungen konnten 24, 6 Prozent der Stimmen (-0,2 Prozent gegenüber 2004) auf sich vereinen.
Nur in den kreisfreien Städten konnte die SPD zulegen, in Chemnitz +1,8 Prozent (19,8 Prozent insgesamt), in Dresden +0,8 Prozent (12,3 Prozent), wohingegen sie in Leipzig 6,5 Prozent verlor und auf 20,4 Prozent der gültigen Stimmen kam.
Anders hingegen in Thüringen, wo die SPD auf +4,7 Prozent kam und insgesamt 20,3 Prozent der Wähler/innen von sich überzeugen konnte. In fast allen kreisfreien Städten und Gemeinden außer im Landkreis Sonneberg (-3,8 Prozent) legte sie zu: So in Erfurt um sagenhafte 16,8 Prozent, im Landkreis Gotha um 13,6 Prozent, in der Stadt selber sogar um 27,4 Prozent (von 15,3 Prozent 2004 auf 42,7 Prozent).
CDU und Linke verloren überall zum teil sehr deutlich, trotzdem bleibt die CDU mit 33,3 Prozent (40,9 Prozent 2004) die führende Partei im land, gefolgt von der Linken mit 20,7 Prozent (24,6 Prozent 2004). Gewinner waren auch hier FDP, Grüne, Wählervereinigungen und auch NPD. Die FDP erreichte 7,4 Prozent der Stimmen (+ 2,7 Prozent), die Grünen 4,5 Prozent (+1 Prozent. Die NPD ist überall, wo sie angetreten ist (vier der sechs kreisfreien Städte, sieben der 17 Landkreise) einen oder zwei Sitze in den Vertretungskörperschaften gewinnen und kam landesweit auf 1,8 Prozent. Die Wählervereinigungen legten um 1,2 Prozent auf 11,9 Prozent zu.