Am morgigen Sonnabend eröffnet im Bauhaus in Dessau die Internationale Bausstellung (IBA) 2010 mit einem Tag der offenen Tür ihre Pforten. Bis zum 16. Oktober werden unter dem Titel "Weniger ist Zukunft" die Ergebnisse eines 2002 gestarteten Programms zum Stadtumbau in 19 sachsen-anhaltischen Modellstädten gezeigt.
Anders als bei früheren IBA in Berlin oder dem Ruhrgebiet ist diesmal ein ganzes Land Ausstellungsgebiet. Grund dafür ist der dramatische Bevölkerungsrückgang in Sachsen-Anhalt seit 1990. Durch den Wegfall ganzer Industriezweige verlor manche Kommune bis zu einem Viertel ihrer Bevölkerung. Gezeigt werden soll auf der IBA, wie die austellenden Kommunen mit den Auswirkungen dieses demografischen Wandels umgegangen sind. So werden im 2007 fusionierten Dessau-Roßlau Brachflächen den Bürgern zur selbstbestimmten Nutzung überlassen, in Aschersleben werden Baulücken zu großformatigen Bildern, die die Straßen in eine Galerie verwandeln, und Magdeburg wendet sich dem Wasser zu, indem es an der Elbe trotz Bevölkerungsschwund ein neues Stadtquarier baut und den alten Handelshafen in einen Wissenschaftshafen verwandelt.
Der Osten zeigt, was dem Westen blüht
Drei Zukunftsszenarien wagt die Ausstellung im Abspann: einen Ausblick auf Sachsen-Anhalt im Jahr 2050 mit Bezug auf die Entwicklungen von Klima, Landschaft und Stadt. Urbane Themen, die im Zuge des fortschreitenden demografischen Wandels nicht nur im Osten Deutschlands an Bedeutung gewinnen werden.