"Zurück in die Herde" - Nach dieser Devise sollen öffentliche Bedienstete im Land Berlin wieder in den Tarifverband der Bundesländer zurückkehren. Dies ist eines der Ergebnisse der Tarifverhandlungen zwischen dem Land Berlin und den Gewerkschaften Verdi, GEW, GdP und IG Bau. Wenn die Gewerkschaftsmitglieder dem Verhandlungsergebnis zustimmen, kommen sie bereits im Jahr 2011 auf 97 Prozent des westdeutschen Gehaltsniveaus. Aber dafür müssen die Angstellten dieses Jahr auf eine Gehaltserhöhung verzichten.
Angleichung von Arbeitszeit und Gehältern bis spätestens 2017
Ab dem Jahr 2011 erhalten sie die Lohnerhöhungen wie in den übrigen Bundesländern. Die Löhne werden dann schrittweise angenähert und bis spätestens zum Jahr 2017 angeglichen. 27 Jahre nach der deutschen Einheit ist die Zeit überfällig für Gleichheit im Gehaltsniveau.
Die Arbeitszeiten werden ausgeglichen, sodass bis spätestens bis 2017 für alle Bediensteten die Arbeitszeit von einheitlich 39 Stunden pro Woche gelten wird. Heute werden im Osten noch 40, im Westen dagegen 38,5 Stunden pro Woche gearbeitet.
Auf einem Warnstreik von verdi am Dienstag mit rd. 2 000 Beschäftigten am Wittenbergplatz in Berlin reagierten die Streikenden mit Buhrufen und Pfiffen auf das Verhandlungsergebnis. Besonderen Unmut erzeugte es, dass es dieses Jahr keine Gehaltserhöhung geben wird und dass die Löhne erst im Jahr 2017 angeglichen werden. Das Ergebnis der Abstimmung unter den Gewerkschaftsmitgliedern soll am 5. März vorliegen. Für die öffentlichen Arbeitgeber erklärte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit, wenn die Gewerkschaftsmitglieder das Verhandlungsresultat ablehnen würden, werde "alles wieder auf null gestellt". Dann wären alle erzielten Kompromisse hinfällig.