Städtepartnerschaften

Appell für enge Deutsch-Italienische kommunale Kooperation

Karin Billanitsch29. Juli 2020
Stadtansicht von Rom. Die deutsch-italienische Zusammenarbeit ist zentral für ein starkes, solidarisches, zukunftsorientiertes Europa, schreiben die Staatsoberhäupter Steinmeier und Matarella in einem Brief.
Steinmeier und Mattarella rufen in einem offenen Brief an 800 Bürgermeister in Deutschland und Italien zu einem engeren Austausch in kommunalen Partnernetzwerken auf. Sie danken den Kommunen für ihr Engagement während der Covid-19-Pandemie.

Frank-Walter Steinmeier, Bundespräsident Deutschlands und sein italienischer Amtskollege Sergio Matarella haben einen Appell an die Kommunen der beiden Länder gerichtet: Die kommunale Zusammenarbeit soll weiter gestärkt werden, gerade vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie.

„Verbindungen und Freundschaften sind ein unschätzbares Gut“

In einem gemeinsamen Brief an mehr als 800 Bürgermeister betonten Frank-Walter Steinmeier und Sergio Mattarella, wie wesentlich der Austausch über die kommunalen Partnernetzwerke ist: „Die dadurch entstandenen vielfältigen Verbindungen und Freundschaften sind ein unschätzbares Gut, das Europa gerade in diesen äußerst schwierigen Zeiten stark macht.“ Gerade jetzt komme es mehr denn je auf diesen Zusammenhalt an, schrieben Steinmeier und Mattarella weiter.

Gerade Italien hat ganz besonders schwer unter der Covis-19-Pandemie gelitten, ein persönlicher Austausch während dieser Zeit war kaum möglich. Aber, das betonten die beiden Staatsoberhäupter in ihrem offenen Schreiben, die vielen  „Gesten der Solidarität im Netzwerk der über 400 deutsch-italienischen Städtepartnerschaften waren wichtige Signale, die in der Krise Mut und Hoffnung vermittelt haben.“ Ob Videobotschaften, Spenden oder auch einfach nur der Austausch über die jeweilige Lage vor Ort und die Frage, wie man am besten helfen kann – all dies habe gezeigt, dass die Menschen in Italien und Deutschland einander nahe stehen, auch und gerade in Notzeiten.

Antworten „gemeinsam finden“

Viele deutsche Städte hatten die medizinische Behandlung italienischer Covid-19-Patienten angeboten, merkten die Präsidenten an. 44 schwer kranke Patienten aus der Lombardei wurden in einer einzigartigen Luftbrücke in Kliniken im gesamten Bundesgebiet transportiert. Vor wenigen Tagen sind die letzten geheilten Patienten in ihre Heimat zurückgekehrt, hieß es.

Dass die Städte und Gemeinden massiv von den wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Krise betroffen und werden es noch für längere Zeit bleiben, wissen die Präsidenten. Doch „überzeugende Antworten“ auf diese dramatischen Auswirkungen könnten „nur gemeinsam“ gefunden werden. Steinmeier und Mattarella wollen mit diesem Brief die angeschriebenen Bürgermeister, „persönlich ermutigen“, auf den Erfahrungen aus der Covid-Pandemie aufzubauen und den Austausch im Netzwerk der deutsch-italienischen Städtepartnerschaften … weiter zu verstärken, etwa durch regelmäßige digitale Konferenzen. „Vielleicht können Sie auch benachbarte Gemeinden oder solche, mit denen Sie einen intensiveren Austausch pflegen, ermutigen, neue kommunale Partnerschaften aufzubauen.“

Mögliche Förderung prüfen

Beide Staatsoberhäupter kündigten an, auf ihre Regierungen mit der Bitte zuzugehen, eine mögliche Förderung dieser kommunalen Zusammenarbeit zu prüfen. „Die deutsch-italienische Zusammenarbeit ist zentral für ein starkes, solidarisches, zukunftsorientiertes Europa. Die grenzüberschreitende kommunale Arbeit leistet dafür einen wesentlichen Beitrag“, betonten Steinmeier und Matarella.

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