Überhang bei Baugenehmigungen

Baubündnis kritisiert Seehofer

Carl-Friedrich Höck11. August 2020
Kräne in Magdeburg: Die Rahmenbedingungen für den Wohnungsbau stimmen nicht, kritisiert ein Aktionsbündnis aus Bauwirtschaft und Mieterbund.
Das Aktionsbündnis „Impulse für den Wohnungsbau“ kritisiert die Baupolitik von Bundesminister Horst Seehofer (CSU). Die Bundesregierung verfehle voraussichtlich ihr Ziel, während der laufenden Wahlperiode anderthalb Millionen neue Wohnungen zu schaffen, teilt das Bündnis mit. Zudem rechne das Bundesbauministerium die Zahlen schön.

Die Allianz „Impulse für den Wohnungsbau” kritisiert: In der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen im Bundestag habe das Ministerium die tatsächlich gebauten Wohnungen und den Bauüberhang, also die Baugenehmigungen, zusammengerechnet. „Seit Jahren werden erheblich mehr Wohnungen genehmigt als gebaut“, sagt Ronald Rast, der die Aktion koordiniert.

Kapazitäten der Bauwirtschaft reichen nicht

Aktuell gebe es einen Bauüberhang von 740.000 Wohnungen. Mit den vorhandenen Kapazitäten würde es mehr als zweieinhalb Jahre dauern, diesen Berg abzubauen, meint Rast. Schlechte Rahmenbedingungen hätten den Aufbau der notwendigen Kapazitäten in der Bauwirtschaft verhindert. Tatsächlich fertiggestellt wurden in den Jahren 2018 und 2019 laut Bundesregierung insgesamt 580.354 Wohnungen.

In dem Bündnis „Impulse für den Wohnungsbau“ haben sich nach eigenen Angaben mehr als 30 Organisationen und Verbände der Bau- und Immobilienwirtschaft zusammengeschlossen, darunter der Deutsche Mieterbund und die IG BAU. Es fordert mehr Planungssicherheit für die Bau- und Immobilienwirtschaft. Erreicht werden könne das unter anderem mit mittel- bis langfristigen Zusagen für die Förderung des sozialen und bezahlbaren Wohnungsbaus und mit besseren Abschreibungsbedingungen.

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