Wahlen am 26. Mai

Das sind die Ergebnisse der Bezirkswahlen in Hamburg

Karin Billanitsch28. Mai 2019
In Hamburg können sich die Sozialdemokraten den bundsweiten Trends nicht entziehen. Die SPD ist bei den Bezirkswahlen in vier von sieben Bezirken nicht mehr stärkste Kraft. Die Grünen sind im Aufwind. Die Ergebnisse im Einzelnen.

Die Hamburger konnten am 26. Mai, dem Superwahltag, auch über die Politik in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft entscheiden. In sieben Bezirken wurden die politischen Vertreter für die Bezirksversammlungen neu gewählt. Wie bei der Europawahl und vielerorts bei den Kommunalwahlen in Bundesländern im Osten und Westen Deutschlands haben die Grünen in Hamburg Aufwind.

Grüne erobern vier Bezirke

In drei Bezirken erreichen die Grünen mehr als 30 Prozent und überholen dort die SPD als vormals stärkste Kraft: in Elmsbüttel holten die Grünen eine deutliche Mehrheit (Grüne: 35,7 Prozent; SPD: 24,3 Prozent), auch in Altona liegen sie deutlich vorn (Grüne: 35,6 Prozent; SPD: 20,1 Prozent). In Hamburg Nord musste die SPD ebenfalls eine Niederlage einstecken (Grüne: 35,3; SPD: 22,5 Prozent). In Hamburg-Mitte liefern sich SPD und Grüne ein Kopf-an-Kopf-Rennen, das ganz knapp die Grünen in Führung bringt mit 28,8 Prozent, die SPD erreichte 28,5 Prozent.

In den übrigen drei Bezirken Bergedorf, Harburg und Wandsbeck konnten sich die SPD-Kommunalpolitiker als stärkste Kraft behaupten mit folgenden Ergebnissen: 26,6 Prozent in Bergedorf, 27,1 in Harburg und Wandsbeck. In den beiden letztgenannten Bezirken folgten die Grünen als zweitstärkste Kraft. Beide Parteien haben deutlich besser abgeschnitten als die CDU. Nur in Bergedorf waren die Grünen mit 22,2 Prozent der Wählerstimmen auf Rang 3 nach der CDU, die auf 25,4 Prozent der Stimmen kam. Die detaillierten Ergebnisse aus den Wahlkreisen sind hier zu finden.

„Bundesweite Stimmungslage“ spielte eine Rolle

Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) sagte im Norddeutschen Rundfunk zu den Ergebnissen: „Die Grünen haben mit dem Wahlerfolg jetzt auch eine Verantwortung. Es kommt jetzt darauf an, dass weiter Landes- und Bezirkspolitik Hand in Hand arbeiten bei den entscheidenden Themen – dafür sind wir gemeinsam verantwortlich.“

Tschentscher und die SPD-Landesvorsitzende Melanie Leonhard sagten sinngemäß, das Thema Klimaschutz habe auch die Bezirkswahlen bestimmt, was den Grünen Aufwind verschafft habe. Tschentscher meinte im NDR mit Blick auf die Bürgerschaftswahl im kommenden Jahr: „Es liegt nicht in unserer Hand, die bundesweite Stimmungslage (...) mit Hamburger Bordmitteln umzudrehen.”

Blick auf Bürgerschaftswahlen in 2020

Auf landespolitischer Ebene wird es im Jahr 2020 Bürgerschaftswahlen geben. „Wir müssen jetzt die Ärmel hochkrempeln. Bis zur Bürgerschaftswahl sind es noch 272 Tage. Wir müssen kämpfen“, sagte der Altonaer SPD-Kreischef Mathias Petersen laut „Hamburger Abendblatt“.  

Finanzsenator Andreas Dressel, Vorsitzender des SPD-Kreisverbandes Wandsbek, gab sich laut dem Zeitungsbericht kämpferisch: „Das Bezirksergebnis ist ein Weckruf, dass wir noch eine Schippe drauflegen müssen. Wir haben weiterhin alle Chancen, uns in der Schlussphase vor der Bürgerschaftswahl nach vorne zu kämpfen.“

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