G7-Konferenz zur Stadtentwicklung

Gemeinsam lebenswerte Städte schaffen

Uwe Roth13. September 2022
„Städte gehören auf der Agenda nach ganz oben“, hat Bundeskanzler Olaf Scholz beim G7-Treffen zur Stadtentwicklung in Potsdam bekräftigt. Wo viele Menschen zusammenlebten, sei auch immer das Potenzial, Probleme zu lösen.

Klimawandel, bezahlbarer Wohnraum, Verkehrsplanung: Es gibt viele Herausforderungen, um das Leben in den Städten zu verbessern. „Ideen, Konzepte und Lösungen erwachsen gerade aus den Städten selbst“, sagte Bundeskanzler Scholz bei der G7-Stadtentwicklungskonferenz in Potsdam. Bundesbauministerin Klara Geywitz erklärte: „Ein solches Treffen war wohl noch nie so wichtig wie heute.“ Auf die deutlich gewachsenen und komplexeren globalen Herausforderungen und die Sorgen der Menschen müssten die westlichen Industrienationen und der globale Süden gemeinsam Antworten finden.

Gute und nachhaltige Stadtentwicklungspolitik müsse die Bedingungen schaffen für eine funktionierende Infrastruktur, für hervorragende Schulen und Hochschulen, erstklassige Betreuungsmöglichkeiten, für funktionierenden Nahverkehr und Radwege, attraktive öffentliche Räume „und natürlich für ausreichend Wohnraum, bezahlbar und in angemessener Qualität“, so der Bundeskanzler.

„Städte gehören ganz oben auf die Agenda“

Das Motto, unter das die Bundesregierung das Jahr der deutschen G7-Präsidentschaft gestellt hat, lautet: „Fortschritt für eine gerechte Welt“. Aus Sicht des Regierungschefs ist deshalb klar: „Wenn wir dem Anspruch gemeinsam gerecht werden wollen, dann gehören die Städte ganz oben auf unsere Agenda. Und zwar nicht nur, weil mittlerweile mehr als die Hälfte aller Menschen auf der Welt in Städten lebt, sondern auch, weil Städte schon immer die Orte waren, in denen diejenigen zusammenkamen, die etwas Neues schaffen wollten.“ In Städten würden die großen Erfindungen gemacht. Das gelte von der athenischen Demokratie angefangen bis hin zu den modernsten Technologien.

Darum, so Scholz, sei es „ganz falsch – zumindest ein wenig irreführend“, wenn heute im Zusammenhang mit Städten regelmäßig über Probleme gesprochen werde, ob Wohnungsnot, verstopfte Straßen, Umweltbelastung oder soziale Konflikte. Natürlich, das gebe es alles. „Für alle diese Herausforderungen brauchen wir Ideen, Konzepte und auch Lösungen.“

Lösungen erwachsen aus den Städten selbst

Der Bundeskanzler zeigte sich davon überzeugt: Diese Ideen, Konzepte und Lösungen erwachsen gerade aus den Städten selbst. Wo viele Bürgerinnen und Bürger zusammenlebten, da entstünden nicht nur Probleme, sondern auch Lösungen. Städte seien immer wieder Laboratorien für das Neue.

Kultur und Wissenschaft schafften neue Erkenntnisse. Aus Mut und Intelligenz entstünden neue Unternehmen und neue Jobs. In Städten wollten viele Bürgerinnen und Bürger leben, weil sie dort „viel Lebenssinn und gute Lebensperspektiven finden“. Darum hätten Städte weltweit Zukunft, und zwar auch große und sehr große Städte.

Thema bis Jahresende weiterentwickeln

Unter deutscher G7-Präsidentschaft trafen sich am 12. und 13. September auf Einladung von Bundesbauministerin Klara Geywitz zum ersten Mal die Stadtentwicklungsministerinnen und -minister aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada und den USA. Bis zum 31. Dezember 2022 wird Geywitz den Arbeitsprozess der G7-Ministerinnen und -minister für nachhaltige Stadtentwicklung ausrichten und leiten.

Stellungnahme des Deutschen Städtetags zum G7-Treffen: "Städte müssen mit an den Tisch"

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