Oberbürgermeisterwahl in Hannover

Was Marc Hansmann für Hannover plant

Karin Billanitsch24. Oktober 2019
Marc Hansmann will an die Spitze der Stadt Hannover. Mit diesem Bild wirbt er auf Facebook.
Endspurt in Hannover: Am Sonntag wird der neuer Oberbürgermeister gewählt. Der SPD-Kandidat Marc Hansmann muss sich gegen starke Rivalen durchsetzen.

Es sind nur noch wenige Tage vor der Oberbürgermeisterwahl am Sonntag in Hannover: Marc Hansmann, erfahrener Stadtrat und ehemaliger Kämmerer ist der Kandidat, den die SPD ins Rennen schickt. Die Sozialdemokraten stellen seit 1946 den Oberbürgermeister, an diesem Sonntag fällt die Entscheidung, ob die ununterbrochene SPD-Epoche weiter geht. Hansmann klopft jetzt im Endspurt an Haustüren und kämpft auf der Straße, um die noch unentschiedenen Wähler auf seine Seite zu ziehen.

Themen: Bildung, Wohnungsbau und Klimaschutz

Im Wahlkampf setzt er auf das Themen Bildung: In Hamburg lebe heute jedes vierte Kind in Armut – das könne er nicht akzeptieren, so Hansmann. Er will Kinderarmut drastisch reduzieren, einen “runden Tisch gegen Kinderarmut“ einrichten, aufsuchende Sozialarbeit verstärken und zum Beispiel bei der Sprachförderung in den Kitas früh ansetzen. Sein erklärtes Ziel: „Kein Kind soll die Schule ohne Abschluss verlassen“.

Auch die Bekämpfung des Wohnungsmangels und Klimaschutz sind seine besonderen Anliegen: Bis zu 20.000 neue Wohnungen sollen in zehn Jahren gebaut werden. Außerdem soll bezahlbarer Wohnraum gezielt gefördert werden: Hansmann kündigte an, Anreize durch ein neues Fördermodell zu setzen. Hansmann, der selbst weder dienstlich noch privat kin Auto hat, will bei Klimaschutz ein höheres Tempo vorlegen und den Autoverkehr in der Stadt reduzieren: Das Radwegenetz soll ausgebaut, die Stadt aus Sicht der Fußgänger weiter entwickelt und der öffentliche Nahverkehr ausgebaut werden.

Wahlausgang offen

In einer Forsa-Umfrage, die der Norddeutsche Rundfunk vergangenen Freitag veröffentlicht hat, liegt Hansmann auf Platz 3 mit 23 Prozent, seine Rivalen Eckhard Scholz (parteilos, kandidiert für die CDU) und Belit Onay (Grüne) liegen bei 28 beziehungsweise 26 Prozent. Hansmann kennen die meisten Befragten (31 Prozent). Im Moment ist also noch alles offen – voraussichtlich wird eine Stichwahl entscheiden.

Der bisherige Oberbürgermeister Stefan Schostok hatte sein Amt niedergelegt, weil gegen ihn wegen Untreue in einem besonders schweren Fall ermittelt wurde. Deshalb musste innerhalb von sechs Monaten eine Neuwahl organisiert werden. Die befragten Hannoveranerinnen und Hannoveraner bekräftigten mit überwiegender Mehrheit (61 Prozent) dass dieser Vorgang ihr Wahlverhalten nicht beeinflussen werde.

Ausgewiesener Finanzfachmann

Hansmann ist in Georgsmarienhütte im Landkreis Osnabrück geboren, Hannover ist sein Zuhause, hier hat er nach dem Abitur Geschichte und Volkswirtschaftslehre studiert, nach dem Abschluss 1996 übernahm er zum ersten Mal ein politisches Amt im Stadtrat. „Da war ich leidenschaftlich gerne, habe mich als sportpolitischer Sprecher meiner Fraktion und als Mitglied im Finanzausschuss engagiert“, beschreibt er seinen Werdegang.

Nach einigen Jahren in der Hauptstadt Berlin, wo er als Unternehmensberater und Referent im Bundesfinanzministerium arbeitete, zog es Hansmann wieder nach Hannover zurück: Er bewarb sich im Jahr 2006 erfolgreich als Stadtkämmerer, und wurde 2014 wiedergewählt. Seit April 2016 ist er bei Hannovers Energieversorger Enercity im Vorstand. Jetzt wirft er seinen Hut in den Ring, um als Chef ins Rathaus zurückzukommen.

Prominente Unterstützung

Hansmann reizt die Aufgabe, die Stadt, in der er mit seiner Familie lebt,  zu gestalten: „Ich kenne keine andere Großstadt, die so entspannt ist wie Hannover. Ich habe einen klaren Plan, unsere Stadt noch besser zu machen“, postete Hansmann heute auf Facebook – er kämpft im Endspurt um jede Stimme.

Prominente Unterstützung hat er: Stephan Weil – selbst langjähriger Oberbürgermeister von Hannover, bevor er zum Ministerpräsidenten in Niedersachsen aufstieg – und Marc Hansmann kennen sich seit vielen Jahren. „Ich bin immer für die Kandidaten der SPD – aber in diesem Fall bin ich persönlich ganz besonders davon überzeugt, dass Hansmann der richtige Kandidat ist“, so der niedersächsische Ministerpräsident in einem Video. Er selbst hatte Hansmann in das Amt des Kämmerers geholt.

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