OB-Wahl in Freiburg

Martin Horn löst Amtsinhaber Dieter Salomon ab

Karin Billanitsch07. Mai 2018
Martin Horn wird neuer Oberbürgermeister von Freiburg.
Beim 2. Durchgang der Oberbürgermeisterwahlen in der Stadt Freiburg hat sich der parteilose, von der Freiburger SPD unterstützte Kandidat Martin Horn durchgesetzt. Bei einem Angriff in der Wahlnacht wurde er verletzt, befindet sich aber auf dem Weg der Besserung.

Martin Horn heißt der neu gewählte Freiburger Oberbürgermeister. Der Parteilose war Kandidat der SPD, FDP, der Kulturliste und des Vereins „Freiburg Lebenswert“. Er konnte sich bei der Neuwahl mit 44,2 Prozent der Stimmen gegen den amtierenden Oberbürgermeister Dieter Salomon (Grüne) durchsetzen.

Tätlicher Angriff auf der Wahlparty

Allerdings kam für Horn nach der ersten Freude über den Sieg dann ein Schock: Er wurde auf der Wahlparty attackiert. Dabei wurde ihm mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Ein 54-jähriger Tatverdächtiger wurde festgenommen. Wie die Freiburger Polizei mitteilte, sei die Tat nicht politisch motiviert gewesen. In einem Video auf seiner Facebook-Seite berichtet Horn von dem Angriff: „Ich habe eine gebrochene Nase, zwei kleine Stiche und einen abgebrochenen Zahn.“

Der tätliche Angriff auf den Kommunalpolitiker Horn ist kein Einzelfall mehr: Im November 2017 wurde der Altenaer Bürgermeister Andreas Hollstein mit einem Messer attackiert. 2015 war im Wahlkampf in Köln die damalige Oberbürgermeisterkandidatin Henriette Reker bei einem Messerangriff schwer verletzt worden.

Horn wird zum 1. Juli der Nachfolger des langjährigen Oberbürgermeisters Dieter Salomon. Der zweite Wahlgang war notwendig geworden, nachdem im ersten Durchgang am 22. April 2018 keiner der Kandidierenden die erforderliche Mehrheit von 50 Prozent erreicht hatte. Horn hatte aber im ersten Durchgang völlig überraschend 34,7 Prozent der Wählerstimmen geholt und damit Amtsinhaber Salomon auf den zweiten Platz verwiesen.

Renate Buchen, Fraktionsvorsitzende der SPD im Freiburger Gemeinderat, hatte vor der Wahl ihre Unterstützung der Kandidatur mit folgenden Worten begründet: „Meines Erachtens brauchen wir einen Oberbürgermeister, der bestehende (Partei)-Grenzen überwindet und aktiv auf andere zugeht. Ein Oberbürgermeister, der transparent agiert und neue Wege im Bereich des aktiven Bürgerdialogs einschlägt. Diese Fähigkeiten zeichnen Martin Horn aus, daher unterstütze ich seine überparteiliche Kandidatur zum Freiburger Oberbürgermeister.“

SPD-Generalsekretärin Boos gratuliert

SPD-Generalsekretärin Luisa Boos gratulierte dem Wahlsieger, der „einen fantastischen Wahlkampf“ gemacht habe. Boos sagte laut einer Mitteilung: „Ich bin mir sicher, er wird ein Oberbürgermeister, der die Menschen in Freiburg zusammenführt.“ Die gesamte SPD freue sich mit Martin Horn.

Boos wertete den Sieg auch als Signal für die Landespolitik: „Die Bräsigkeit und der Mangel an Ideen und Haltung kommen nicht mehr bei den Bürgerinnen und Bürgern an. Die SPD nimmt diesen frischen Rückenwind jetzt mit auf die Landesebene und trägt ihn in die Kommunalwahlen 2019. Eines ist sicher: Die grün-schwarzen Allianzen in Baden-Württemberg haben ihren Charme verloren – das gilt für Grün und Schwarz.“

Berufliche Stationen

Martin Horn ist studierter Sozialwissenschaftler und arbeitet als Europa- und Entwicklungskoordinator im Hauptamt der Stadt Sindelfingen und ist Leiter der Geschäftsstelle des Netzwerkes Eurotowns. Er arbeitete auch als freiberuflicher Dozent an der evangelischen Hochschule Ludwigsburg. Andere Stationen waren Bildungspolitischer Referent für das Diakonische Werk und Kinder- und Jugendreferent für zwei evangelische Kirchengemeinden. Im Wahlkampf hat er die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, die Ausstattung von Kitas und einen gut funktionierenden ÖPNV als Themen genannt, die ihm wichtig sind. Wohnen war eines der zentralen Themen des Wahlkampfs.

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