Statistisches Bundesamt

Mehr Personal im öffentlichen Dienst

Carl-Friedrich Höck23. Juni 2020
Frühkindliche Bildung als öffentlicher Auftrag: In Kitas gibt es deutlich mehr Personal als vor einigen Jahren (Symbolfoto).
Im öffentlichen Dienst gab es 2019 erneut einen Beschäftigungszuwachs. Das geht aus einer aktuellen Auswertung des Statistischen Bundesamtes hervor. Ein wesentlicher Faktor: Es gibt mehr Personal in kommunalen Kindertageseinrichtungen.

Anlässlich des „Tages des öffentlichen Dienstes“ am 23. Juni hat das Statistische Bundesamt (Destatis) neue Zahlen zu den Beschäftigungsverhältnissen vorgelegt. Diese sind noch vorläufig, zeigen aber einen klaren Trend: Bis zum Stichtag Mitte 2019 gab es einen Beschäftigungszuwachs.

Am 30. Juni 2019 waren rund 4,9 Millionen Beschäftigte im öffentlichen Dienst tätig, teilt Destatis mit. Das waren 83.400 Personen oder 1,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Mehr Polizist*innen, mehr Kinderbetreuung

Neue Mitarbeiter*innen wurden vor allem bei der Polizei und in kommunalen Kindertageseinrichtungen angestellt. Die Polizei hatte zum Stichtag 6.800 Beschäftigte mehr als im Vorjahr (+2,1 Prozent). Das sei nach den Rekordzuwächsen der beiden Vorjahre (+7.200 Personen beziehungsweise +7.000 Personen) nun der drittgrößte Zuwachs seit Mitte der 90er Jahre, so das Destatis.

In den kommunalen Kindertageseinrichtungen setze sich der seit Jahren anhaltende Personalzuwachs weiter fort, gibt das Statistische Bundesamt bekannt. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Mitarbeiter*innen demnach um 11.900, das entspricht einem Plus von 5,4 Prozent. Innerhalb der vergangenen zehn Jahre sei die Zahl der Erzieher*innen auf nunmehr insgesamt 233.200 angewachsen (+89.700 oder +62 Prozent).

1,6 Millionen arbeiten für Kommunen

Von den knapp 4,9 Millionen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes sind knapp 2,8 Millionen Frauen (57 Prozent). Im kommunalen Bereich arbeiten knapp 1,6 Millionen Menschen. Im Bund sind es 502.000 und auf Landesebene knapp 2,6 Millionen. 368.000 Beschäftigte haben die Sozialversicherungen.

Im Jahr 1991, also kurz nach der Deutschen Einheit, haben noch knapp 6,7 Millionen Menschen im öffentlichen Dienst gearbeitet. In den Folgejahren wurde das Personal stark abgebaut. Nicht zuletzt, weil unter anderem die Post und zahlreiche kommunale Krankenhäuser privatisiert wurden. Im Jahr 2010 waren nur noch knapp 4,6 Millionen Menschen im öffentlichen Dienst beschäftigt. Seit zehn Jahren ist nun eine Trendwende zu verzeichnen: Die Zahl der Beschäftigten nimmt seitdem leicht, aber kontinuierlich zu.

 

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destatis.de

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