Frauen

Nur wenige nutzen die Hilfe

Karin Billanitsch13. Juli 2020
Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) will von Gewalt betroffene Frauen wirksamer unterstützen.
Bundesfamilienministerin Franziska Giffey prüft Rechtsanspruch auf Schutz gegen häusliche Gewalt.

Kein Mensch, keine Frau, kein Kind in unserem Land soll Gewalt ertragen müssen“, betont Franziska Giffey (SPD). Die Bundesfamilienministerin fährt fort: „Und wenn es zu Gewalt kommt, müssen sich die Betroffenen (...) darauf verlassen können, dass sie schnell Schutz finden, fachlich gut beraten werden und die Unterstützung bekommen, die ihnen in ihrer konkreten Lebenssituation weiterhilft“.

Zu wenig Plätze

In der Realität gibt es oft zu wenig Plätze in Schutzhäusern, wohin Betroffene gehen können. Und laut einer neuen Studie der TH München zum Hilfe­system während der Corona-Pandemie nutzten nur wenige Frauen zuletzt die bestehenden Angebote: 48,2 Prozent der Opfer kannten die Telefonseelsorge, aber nur 3,9 Prozent hatten dort angerufen.

Die Ministerin will deshalb einen Rechtsanspruch auf Schutz und Beratung vor Gewalt prüfen, wie sie nach der vierten Zusammenkunft des Runden Tisches „Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen“ verkündete. Gleichstellungsbeauftragte und Träger von Frauenhäusern begrüßten das: Das werde „noch mehr Betroffenen erleichtern, sich aus Gewaltsituationen zu befreien“, erklärte Heike Herold, Geschäftsführerin der Frauenhauskoordinierung.

Große Unterschiede in den Bundesländern

Christina Runge von der Bundes­arbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen betonte: „Gewaltschutz ist bislang in jedem Bundesland unterschiedlich umgesetzt.“ Auch finanziell gebe es große Differenzen. Das mache es schwer für die Beratungs­landschaft in den Kommunen.

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