Kommunalwahlen

OB-Wahl in Wiesbaden: Sieg für Gert-Uwe Mende

Karin Billanitsch17. Juni 2019
Gewann in Wiesbaden das Rennen bei der Wahl zum Oberbürgermeister von Wiesbaden: Gert-Uwe Mende.
Das Finale zu den Oberbürgermeisterwahlen in Wiesbaden war spannend: Am Ende siegte der Kandidat der SPD, Gert-Uwe Mende deutlich vor dem CDU-Mann Eberhard Seidensticker. Die wichtigsten Fakten zur Wahl.

Der Wiesbadener SPD-Kandidat Gert-Uwe Mende hat die Oberbürgermeisterwahlen in Wiesbaden gewonnen. Der Vorsprung, der sich bereits nach Auszählung der ersten Wahlbezirke nach 18 Uhr abzeichnete, verfestigte sich später am Abend: Schließlich steht fest, dass Mende mit 61,8 Prozent das Rennen gegen den CDU-Mann Eberhard Seidensticker gewonnen hat.

Wahlparty mit mächtigem Jubel

Die Wiesbadener Genossen feierten den deutlichen Sieg mit mächtigem Jubel und Applaus: An der Spitze der hessischen Landeshauptstadt steht somit weiter ein Sozialdemokrat. In eine Siegerpose warf Gert-Uwe Mende sich nicht, sondern antnwortete leise inmitten des Jubels: „Um 18 Uhr ist der Wahlkampf zu Ende gegangen. Jetzt beginnt unsere Arbeit für die Stadt Wiesbaden.“

Er freue sich, dass das Ereignis so eindeutig und so toll ausgefallen sei. Er dankte auch den mehr als 60 Prozent Wiesbadenerinnen und Wiesbadener, „die mir ihr Vertrauen geschenkt haben“. Er weiß: „Das ist ein Vertrauensvorschuss, und den muss man einlösen.“ Mende konnte nach einer Auswertung der Hessenschau vor allem die Gruppe der 45- bis 69-Jährigen überzeugen. Seidensticker lag nur bei denjenigen vorn, die 70 Jahre oder älter sind.

Glückwünsche von Parteigenossen

SPD-Landeschef Thorsten Schäfer Gümbel twitterte seinen Glückwunsch zu dem „großartigen Erfolg“:

Auch Nancy Faeser, Generalsekretärin der Hessen-SPD und innenpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion postete auf Twitter: „Freude pur!“ und gratulierte herzlich.

Im ersten Wahlgang am 26. Mai, der gemeinsam mit der Europawahl stattfand, war Mende mit 27,1 Prozent nur knapp vor dem Unionskonkurrenten gelegen, für den 24,5 Prozent der Wählerinnen und Wähler votierten. Die grüne OB-Kandidatin bekam noch 23,4 Prozent der Stimmen.

Via Facebook dankte Mende auch besonders seinen Begleitern und Wahlhelfern: „Gemeinsam haben wir einen fulminanten Wahlkampf hingelegt. Vor 14 Wochen hätte niemand damit gerechnet, dass wir so ein Ergebnis erreichen. Ihr habt mich so toll unterstützt und getragen – ohne euren Einsatz wäre das nicht möglich gewesen.“

Kaltstart im Januar

Hätte man den neuen OB Anfang Januar gefragt, ob der sich vorstellen kann, das Stadtoberhaupt der Landeshauptstadt Wiesbaden zu werden, hätte er geantwortet, das in seiner Lebensplanung nicht vorgesehen, räumt er vor Journalisten ein. Mende ist Jahrgang 1962, seit 1979 in der SPD und war zuletzt seit 2006 Geschäftsführer der SPD-Landesfraktion. Mende legte einen Kaltstart als Kandidat hin, nachdem der amtierende Oberbürgermeister Sven Gerich Ende Januar angekündigt hatte, nicht mehr bei  der Direktwahl zu kandidieren, nachdem die Staatsanwaltschaft gegen ihn wegen Vorteilnahme ermittelte.

Der gelernte Journalist Mende – er arbeitete als Redakteur bei der Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen im Ressort Nachrichten/Politik – war von 1991 bis 1997 Pressesprecher im hessischen Innenministerium. Später leitete er das Ministerbüro im Hessischen Ministerium des Inneren und für Landwirtschaft, Forsten und Naturschutz. Bis 2006 war er Pressesprecher der SPD-Landtagsfraktion. Seit einem Jahr ist er auch Ortsvorsteher des Stadtteils Deutzheim. Bei der Wahl lag er in fast allen Ortsbezirken vorn, die Wahlbeteiligung lag bei recht geringen 32,1 Prozent.

Wahlkampfthemen: Wohnen, ÖPNV, Klimaschutz

Im Wahlkampf setzte Mende auf klassische Themen wie Bekämpfung der Wohnungsnot oder Verbesserung des Nahverkehrs, ein gutes Radwegenetz, vor allem betonte er auch Themen des Klimaschutzes in der Stadt. Er versprach auch, Brücken zu bauen zwischen den Fraktionen im Stadtrat. Sein Slogan für die Stichwahl lautete: „Miteinander für Wiesbaden.“

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