„Woche der Klimaanpassung“

Preis „Blauer Kompass“ für innovative Projekte – Bekanntgabe am Freitag

Uwe Roth13. September 2022
Das Umweltbundesamt verleiht an diesem Freitag (16.09.) im Rahmen der Woche der Klimaanpassung in vier Kategorien jeweils den Bundespreis „Blauer Kompass“. Projekte von Kommunen und kommunalen Unternehmen waren besonders gefragt.

Der Bundespreis „Blauer Kompass“ ist die höchste staatliche Auszeichnung in Deutschland, die im Rahmen eines Wettbewerbs für Projekte zur Vorsorge und Anpassung an die Folgen des Klimawandels vergeben wird. Ziel des Wettbewerbs ist es, innovative, wirksame und nachhaltige Lösungen für die Vorsorge und die Anpassung an die Folgen der globalen Erdüberhitzung, wie Hitze, ⁠Dürre⁠ und ⁠Starkregen⁠, zu präsentieren.

Für den Wettbewerb sind in diesem Jahr 240 Bewerbungen eingegangen. In den vier Kategorien Kommunen, privatwirtschaftliche und kommunale Unternehmen, Forschungs- und Bildungseinrichtungen sowie Verbände, Vereine und Stiftungen wird je ein Projekt ausgezeichnet. Aus 20 nominierten Projekten wählte die Jury nach ausführlicher fachlicher Beratung vier Preisträger aus. Außerdem wird ein weiteres Projekt mit dem Publikumspreis ausgezeichnet, für das per Online-Voting abgestimmt werden konnte. Die Preisträger erhalten jeweils 25.000 Euro. Der Live-Stream der Veranstaltung kann am 16.09. von 14 bis 16.30 Uhr kann hier angeschaut werden. Die eingereichten Projekte sind in einer Datenbank gesammelt und hier abrufbar.

Teil des neuen Sofortprogramms Klimaanpassung

Wie die Projektliste zeigt, sind zahlreiche Städte und Landkreise bei der Klimaanpassung bereits sehr aktiv. Deren Projekte zeigen in der „Woche der Klimaanpassung“, „wie innovativ und wirksam Klimaanpassung sein kann“, heißt es von den Auslobern der Preise. Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) sagte zur Eröffnung am Montag (12.09.): Die Veranstaltung sei auch „eine Woche der Wertschätzung für diejenigen, die sich schon seit langem für das Thema Klimaanpassung einsetzen“. Der Bund unterstützt seit diesem Jahr Städte und Gemeinden bei ihrer Klimaanpassung zusätzlich mit dem Sofortprogramm Klimaanpassung.

Jens Hasse, Leiter des Zentrum Klima-Anpassung: „Starkregen, Hochwasser, extreme Hitzeperioden und langanhaltende Dürren, alle Menschen in Deutschland spüren schon heute unmittelbar ihre Folgen.“ Die Klimakrise sei in der Mitte der Gesellschaft angekommen, sagte er. Nun müsse auch die Klimaanpassung in der Mitte der Gesellschaft ankommen. Mit der Woche der Klimaanpassung will die Bundesregierung Aufmerksamkeit schaffen und zeigen, welche große Bedeutung Klimaanpassung für die Zukunftsfähigkeit unseres Landes hat, welches Engagement es bereits gibt und wie sich die Klimaanpassung in die Fläche ausbreitet.

Das Thema drängt aus Sicht der Regierung: Selbst wenn das ambitionierte EU-Ziel erreicht werde, den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf weniger als zwei Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen, würden Folgen des Klimawandels auftreten, an die sich Deutschland anpassen müsse. Eine zeitgemäße Klimapolitik baut aus Sicht der Bundesumweltministerium auf zwei Säulen auf: der Vermeidung von Treibhausgasen und der Anpassung an die Folgen des Klimawandels, die schon heute nicht mehr zu vermeiden seien.

130 Kommunen haben Förderanträge gestellt

Mit dem Sofortprogramm Klimaanpassung hat die Bundesregierung im März 2022 eine Beratungs- und Kompetenzoffensive für die Kommunen gestartet. Ziel ist es, die Umsetzung von Maßnahmen zur Vorsorge und Anpassung an die Klimakrise voranzubringen. Teil des Sofortprogramms ist die novellierte Förderrichtlinie im Programm des Bundesumweltministeriums „Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels“. Damit fördert das Ministerium erstmals den Einstieg in das kommunale Klimaanpassungsmanagement. Im ersten Förderfenster haben bereits rund 130 Kommunen einen Förderantrag gestellt.

Karte der Projekte

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