Bundeswettbewerb Nachhaltige Destinationen

Schwäbische Alb ist nachhaltigstes Tourismusziel

Carl-Friedrich Höck15. Juni 2017
Das Gebiet des Biosphärenreservats Schwäbische Alb – hier das Lautertal – wurde ausgezeichnet für nachhaltigen Tourismus.
Nachhaltigkeit – nur ein Modewort? Dabei dürfe es jedenfalls nicht bleiben, meinen Umweltministerium und Tourismusverband. Sie haben zahlreiche deutsche Reiseziele unter die Lupe genommen und fünf von ihnen ausgezeichnet.

Zum zweiten Mal nach 2013 haben das Bundesumweltministerium (BMUB) und der Deutsche Tourismusverband (DTV) nachhaltige Tourismusziele ausgezeichnet. Die Preisverleihung am Mittwoch in Berlin fiel in die richtige Zeit: Passenderweise haben die Vereinten Nationen das Jahr 2017 zum internationalen Jahr des nachhaltigen Tourismus erklärt.

Man will konkret werden

Nachhaltigkeit sei „ein Modewort“, räumte DTV-Präsident Reinhard Meyer während der Veranstaltung ein. Deshalb gebe es auch Kritik an dem Begriff, weil oft nicht klar sei, was genau gemeint ist. „Wir müssen es möglichst konkret machen“, erläuterte Meyer das Ziel des Wettbewerbs.

Seit fünf Jahren arbeitet der Verband gemeinsam mit dem Bundesumweltministerium darauf hin. Im Jahr 2013 wurde in einer ersten Wettbewerbsrunde die Uckermark als nachhaltigste Tourismusregion ausgezeichnet. Ziel war es, ein Bewusstsein für nachhaltigen Tourismus zu schaffen und den Austausch der Regionen zu fördern. Im März vergangenen Jahres veröffentlichten DTV und BMUB einen Praxisleitfaden. Er definiert 40 Nachhaltigkeitskriterien und berücksichtigt ökologische, ökonomische, soziale und Managementbezogene Aspekte.

Biosphärengebiet Schwäbische Alb
Vertreter aus dem Biosphärengebiet Schwäbische Alb nehmen die Siegerurkunde entgegen. DTV/Jan Sobotka

Kommunen, Wirtschaft und Verbände ziehen an einem Strang

Der Leitfaden bildete auch die Grundlage für den zweiten Wettbewerb, für den sich 27 Tourismusziele beworben hatten. Sieger des Bundeswettbewerbs „Nachhaltige Tourismusdestinationen in Deutschland“ ist das Biosphärenreservat Schwäbische Alb. Das Beispiel zeige „par excellence, wie nachhaltiger Tourismus die regionale Entwicklung vorantreiben kann“, lobte BTV-Präsident Meyer den Sieger. Alle Akteure zögen an einem Strang: Tourismus- und Naturschutzverbände, Gemeinden, Unternehmen und Bürger. Den Gästen würden etwa Entdeckungsreisen durch das UNESCO-Biosphärenreservat angeboten – unterstützt von „Biosphären-Botschaftern“ – oder regionale, albtypische Gerichte präsentiert.

Der parlamentarische Staatssekretär Florian Pronold betonte, die schwäbische Alb habe in den vergangenen Jahren einen Imagewandel vollzogen und damit die Chance für eine nachhaltige Entwicklung auf vielen Ebenen eröffnet. Die Siegerregion wird nun mit einer bundesweiten Mediakampagne auf Bahnhofs-Werbeflächen und DB-Reiseplänen belohnt.

Vier Sonderpreise

Vier weitere Reiseziele wurden mit Sonderpreisen bedacht. Die Sächsische Schweiz wurde in der Kategorie „Nachhaltige Mobilität“ ausgezeichnet. Der Preis für „Biologische Vielfalt und Naturerlebnis“ ging an die Peeneregion in Vorpommern. Die Nordseeinsel Juist überzeugte die Jury mit ihrem Engagement im Bereich „Klimaschutz, Ressourcen- und Energieeffizienz“. Das Allgäu, das regionale und nachhaltige Produkte fördert, erhielt den Sonderpreis „Regionalität“.

„Ursprünglich kommt der Begriff Nachhaltigkeit aus der Forstwirtschaft“, merkte Florian Pronold noch an. Er bedeute: Man solle nicht mehr Bäume fällen, als nachwachsen. Einst seien Wirtschaft und Umweltschutz als Gegensätze begriffen worden. Das habe sich geändert, resümierte der Staatssekretär. „Nachhaltiger Tourismus kann zu einem Wettbewerbsvorteil werden.“

Mehr
zum Wettbewerb: bundeswettbewerb-tourismusdestinationen.de
Leitfaden Nachhaltigkeit im Deutschlandtourismus: bmub.bund.de

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