Digitalisierung

Unterstützung für smarte Städte und Regionen

Karin Billanitsch18. Januar 2019
Was läuft vor Ort? Darüber diskutierten Teilnehmer der Bundeskonferenz Stadt.Land.Digital. in Berlin. Das Bundeswirtschaftsministerium hat die Initiative gestartet, um Kommunen zu unterstützen.
Wie können Städte und Regionen smarter werden? Das Bundeswirtschaftsministerium will Kommunen bei ihrem Weg ins digitale Zeitalter unterstützen. Die Initiative „Stadt.Land.Digital“ hat in Berlin gute Ideen, Strategien und Konzepte ausgezeichnet.

Für Jens Maier und den Verein EnergieCluster digitales Lübeck ist es ein großer Erfolg: Er hat Wettbewerb der Initiative Stadt.Land.Digital des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie  gewonnen. Dabei gab es eine Konkurrenz von mehr als 200 Städten, Landkreisen oder Gemeinden, die Beiträge eingereicht hatten. Im Finale in Berlin standen am Ende sechs Initiativen. Auch die Allianz Smart City Dortmund sowie Emsdetten auf dem Weg zur Samrt City gehörten zu den insgesamt drei Gewinnern. Lübeck gebührte zusätzlich  der Publikumspreis.

Verein EnergieCluster digitales Lübeck bekommt Rückenwind

„Rückenwind aus Berlin und bundesweite Aufmerksamkeit ist großartig und eine Verpflichtung. Zusammen mit unseren Partnern wollen wir jetzt ambitioniert die Entwicklung und Umsetzung unserer Projekte vorantreiben.“  Lübeck, Mutter der Hanse und traditionsreiche Stadt, will das Weltkulturerbe ins digitale Zeitalter überführen.

Anfang 2018 wurde der Verein gegründet, um Lübeck als „Modellregion einer intelligent vernetzten Stadt mit hoher Lebensqualität für die Bürgerinnen und Bürger zum entwickeln“, wie es in einer Mitteilung der Stadt heißt.

Schulterschluss in Lübeck

In der Initiative werden zahlreiche Digitalprojekte im Schulterschluss von Unternehmen, den Hochschulen und den Bürgerinnen und Bürgern gemeinsam entwickelt und umgesetzt. Dabei geht es um sinnvolle Vernetzung: „Die ganze Stadt macht mit“, so Meier. In der Initiative sollen zahlreiche Digitalprojekte im Schulterschluss von Unternehmen, den Hochschulen und den Bürgerinnen und Bürgern gemeinsam entwickelt und umgesetzt werden.

Dabei geht es um intelligente Straßenlaternen ebenso wie um ein Open Data Portal, in dessen Rahmen etwa eine App mit Echtzeitdaten geplant ist. Auch Vernetzung in der Sicherheitstechnik ist im Fokus des Vereins. Die anderen Finalisten kamen aus Dortmund Heinsberg, Emsdetten, Aalen und dem Landkreis Elbe-Elster.

Ziel: Gleiche Lebensverhältnisse schaffen

Wie das Bundeswirtschaftsministerium mitteilte, wurde die Initiative „Intelligente Vernetzung“weiterentwickelt zur Initiative „Stadt.Land.Digital. Erster operativer Schritt von „Stadt.Land.Digital“ wird die Einrichtung eines Kompetenzzentrums zur Unterstützung der Akteure vor Ort sein, heißt es. Dieses Kompetenzzentrum wird damit zu einem Eckpfeiler der intelligenten Vernetzung in städtischen und ländlichen Gebieten werden, so die Hoffnung.

Immerhin habe, so eine neue Studie des Ministerium, 60 Prozent aller Kommunen bereits eine eigene Digitalstrategie entwickelt, vor drei Jahren waren es erst 40 Prozent. „Digitalisierung und Intelligente Vernetzung auf kommunaler Ebene haben große Fortschritte gemacht“, stellen die Autoren fest.Immerhin bereits 85 Prozent der befragten Städte und Gemeinden halten eine Digitalisierungsstrategie für sinnvoll. Nahezu alle befragten Kommunen (97 Prozent) sehen den Schwerpunkt der Digitalisierung in ihrem „Kerngeschäft“, der öffentlichen Verwaltung. Doch immer mehr Städte und Gemeinden erkennen demnach auch, dass auch die Handlungsfelder Mobilität, Bildung, Energie und  Gesundheit in eine Digitalisierungsstrategie integriert werden sollten.

Deutlich wird während des Treffens in Berlin auch, dass viele sich die Projekte nicht leisten können, weil es an der Kofinanzierungsmöglichkeit oder am Zugang zu Fördergeldern fehlt. Hier wird auch mal der Ruf nach Vereinfachung der Fördermöglichkeiten laut. Auf Ländereben wurden Projekte ins Leben gerufen, um die Städte, Kreise und Gemeinden zu unterstützen: NRW baut laut Studie digitale Modellregionen auf. Baden-Württemberg hat die Strategie „digital@bw“ angestoßen. Doch, das hat die Studie herausgefunden, wünschen sich die Kommunen wünschen sich nicht nur finanzielle Hilfe für ihre Digitalisierungsstrategien. Die Landkreise, Städte und Gemeinden erwarten „mehr Beratung, Austausch, konkrete Handreichungen sowie Best-Practice-Beispiele, um von den Erfahrungen anderer zu profitieren“.

VKU: Digitale Spaltung zwischen Stadt und Land verhindern

Allerdings ist eine flächendeckende digitale Infrastrukturen nicht vorhanden – womit eine wesentliche Voraussetzung für die Entwicklung fehlt – in der Stadt und auf dem Land. VKU-Hauptgeschäftsführerin Katherina Reiche forderte: „Wir müssen unsere Funklochrepublik zu einer Gigabitrepublik umbauen, wenn wir die Wettbewerbsfähigkeit und den Zusammenhalt unseres Landes erhalten wollen.“

Dabei sei 5G-Mobilfunk entscheidend. Reiche: „5G ist nicht nur schnellerer Mobilfunk, sondern die zentrale Steuerungstechnologie für die digitale Zukunft. Für Smart-City-Anwendungen brauchen kommunale Unternehmen 5G-Frequenzen zur regionalen Nutzung.

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