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Report Wirtschaftsförderung und Standortpolitik

Urbane Kunst als Faktor für die Stadtentwicklung

Anna-Franziska HofSantiago Gomez09. Oktober 2017
SAM3-Kunstwerk in Schwäbisch Hall
Die von SAM3 im Rahmen des „Metropolink”-Festivals gestaltete Hausfassade begrüßt seit Juli Bahnreisende und künftig auch die Besucher eines ehemaligen Industriegeländes, das zum Veranstaltungszentrum umgebaut wird.
Streetart setzt bei der Revitalisierung eines Industriegeländes in Schwäbisch Hall Akzente. Der Oberbürgermeister sagt: „Subkultur hat genauso ihren Platz in unserer Gesellschaft wie das klassische Theater, Ballett oder die Oper.“

Seit Juli 2017 begrüßt ein riesiger, geheimnisvoller Schattenkopf auf einer 27 Meter hohen Hausfassade die Bahnreisenden in Schwäbisch Hall-Hessental. Erst bei näherer Betrachtung entpuppt sich die Figur als eine babel­artige, in die Höhe steigende Stadt voller Fenster und Treppenabsätze. In ihrer Hand hält sie eine leuchtende Feuerzunge, die ein Geheimnis zu verbergen scheint. Sie ist die Arbeit des bedeutenden Street-Art-Künstlers SAM3, der die Fassade an dem ehemaligen ­Industriestandort im Rahmen des dritten „Metropolink“-Festivals für die Stadt Schwäbisch Hall gestaltet hat. Der spanische Künstler ist europaweit vernetzt, arbeitete mit Banksy zusammen und gilt als aufstrebender Stern der Street-Art-Szene.

Positive Effekte auf mehreren Ebenen

Schwäbisch Hall beteiligte sich 2017 zum ersten Mal an dem Heidelberger Festival für Urbane Kunst, das sich seit drei Jahren für die Entwicklung neuer kreativer Strukturen im öffentlichen Raum einsetzt. In Heidelberg hat sich durch den künstlerischen Eingriff in das Stadtgefüge ein positiver Effekt eingestellt, von dem nun auch Schwäbisch Hall auf mehreren Ebenen wie der Umwegrentabilität, dem Imagegewinn und der Stadtentwicklung profitieren kann. Dieses Phänomen war bislang überwiegend in den Großstädten Deutschlands zu beobachten, die sich auch dadurch als offener und kreativer urbaner Raum definieren.

Dass diese Eigenschaften auch auf eine Stadt wie Schwäbisch Hall zutreffen, deren Profil als Kulturstadt für die Wirtschaftsregion Hohenlohe im Stadtentwicklungskonzept festgeschrieben ist, bestätigt die hiesige Kulturlandschaft mit einem hochqualitativen Programm ehrenamtlicher Vereine bis hin zur Kunsthalle Würth und den Freilichtspielen.

Kulturstandort Schwäbisch Hall

Die Finanzierung von innovativen Kulturprojekten spielt in Schwäbisch Halls Strategie zur Stadtentwicklung genauso eine Rolle wie die konsequente Weiterführung der politischen Linie der letzten Jahrzehnte. Denn Hall hat sich seit jeher als Kulturstandort etabliert. „Auch ländliche Räume brauchen urbane Zentren. Kultur und Kunst können dazu beitragen, kleinere und mittlere Städte wie Schwäbisch Hall mit ihren rund 40.000 Einwohnern attraktiv zu halten“, sagt Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim. Für ansässige Wirtschaftsunternehmen sei ein breites kulturelles Angebot ein weiterer Grund dafür, in der Stadt zu bleiben.

Mit der Umsetzung der Wandbemalung im Rahmen des „Metropolink”-Festivals öffnet Schwäbisch Hall eine weitere Tür für Subkultur in der Stadt, für die innerhalb der Bevölkerung eine starke Nachfrage besteht. Ohnehin hat Schwäbisch Hall mit dem Club Alpha ­eines der ältesten soziokulturellen ­Zen­tren Deutschlands, das gerade erst mit finanzieller und ideeller Unterstützung der Stadt umgezogen ist. „Subkultur hat genauso ihren Platz in unserer Gesellschaft wie das klassische Theater, Ballett oder die Oper“, ist Pelgrim überzeugt.

Aushängeschild für reaktiviertes „Karl-Kurz-Areal”

Der künstlerische Beitrag für das „Metropolink“-Festival in Schwäbisch Hall markiert zugleich den Startpunkt für die Reaktivierung des ehemaligen Industriestandortes „Karl-Kurz-Areal“, mit dem die Grundstücks- und Wohnungsbaugesellschaft Schwäbisch Hall (GWG) beauftragt ist. Das rund 40.000 Quadratmeter große Gelände, auf dem sich eine seit Jahren leerstehende ehemalige Fassfabrik befindet, wird in den nächsten Monaten von der städtischen Tochtergesellschaft zum Tagungs- und Veranstaltungszentrum umgebaut. Der industrielle Charme wird erhalten bleiben und mit modernen Elementen kombiniert. Auf mehr als 15.000 Quadratmetern bietet das Gebäude Platz für einen großen Tagungssaal, mehrere Tagungsräume für Seminare, Messen, Kongresse, Märkte, Feiern und weitere Nutzungsmöglichkeiten. Kombiniert wird das Angebot mit Büroflächen für Mieter und Eigentümer etwa aus Verwaltung und Eventmanagement.

Aufgrund der außergewöhnlich guten Reaktionen auf „Metropolink“ lassen sich schon jetzt erste Effekte beobachten: Das Wandgemälde von SAM3 sorgt für Stadtgespräche und einen hohen Besucheranteil an einer Stelle, die bislang ein unscheinbares Dasein fristete. Die wirkungsvoll gestaltete Profilfigur begrüßt nicht nur die Bahnreisenden, sondern in Zukunft auch die Besucher des Kongresszentrums „Karl-Kurz-Areal“. Fassadenkunst wird definitiv eine Fortsetzung in Schwäbisch Hall finden.

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