DStGB-Ehrenpräsident Roland Schäfer gestorben
Roland Schäfer war nicht nur langjähriger Bürgermeister von Bergkamen, sondern prägte auch die Arbeit des Deutschen Städte- und Gemeindebundes. Am 1. Januar 2026 ist er im Alter von 76 Jahren verstorben. Die Reaktionen.
IMAGO / Metodi Popow
Roland Schäfer, aufgenommen 2012 in Berlin als damaliger Präsident des Deutschen Städte- und Gemeindebundes
In der Stadt Bergkamen im Ruhrgebiet hat Roland Schäfer tiefe Spuren hinterlassen. 22 Jahre lang war er dort hauptamtlicher Bürgermeister, von 1998 bis 2020. Viermal in Folge wählten die Bergkamener*innen ihn an die Rathausspitze. Schon vorher hat er die Stadtverwaltung geleitet, denn das war bis zu einer Reform der Kommunalverfassung Aufgabe des Stadtdirektors. Dieses Amt hatte Schäfer seit 1989 inne.
Am Neujahrstag 2026 ist der sozialdemokratische Kommunalpolitiker gestorben. Das teilte die Stadt Bergkamen auf ihrer Internetseite mit. „Sein großes Engagement, seine Tatkraft und sein Einsatz für Bergkamen werden unvergessen bleiben“, heißt es in der Mitteilung. Und weiter: „In diesen schweren Stunden gilt unser aufrichtiges Mitgefühl seiner Partnerin, seinen Kindern und Angehörigen.“
Verfechter der kommunalen Selbstverwaltung
Schäfers Wirken reichte weit über Bergkamen hinaus. Er engagierte sich in führenden Funktionen beim Deutschen Städte- und Gemeindebund (DStGB) sowie beim Städte- und Gemeindebund Nordrhein-Westfalen. In beiden Verbänden wurde er nach seinem Ausscheiden aus der aktiven Kommunalpolitik zum Ehrenpräsidenten ernannt. Auch international brachte sich Schäfer im Weltverband der Kommunen ein, den United Cities and Local Governments (UCLG). 2021 verlieh Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Roland Schäfer das Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland.
Der Städte- und Gemeindebund NRW würdigte Schäfer in einem Nachruf als „einen der profiliertesten Verfechter der kommunalen Selbstverwaltung“. Über zwei Jahrzehnte lang habe er die Interessen der Kommunen gegenüber Land, Bund und Europa vertreten. So habe er sich 2004 an der Gründung der „Weltunion der Kommunen“ intensiv beteiligt und viele Jahre als Mitglied in ihrer Generalversammlung vertreten. „Er war ein Experte, der in Brüssel ebenso Gehör fand wie in Berlin oder Düsseldorf.“
Der Deutsche Städte- und Gemeindebund teilte über die sozialen Medien mit: „Roland Schäfer war als Bürgermeister der Stadt Bergkamen mehr als 20 Jahre als Präsident und Erster Vizepräsident unseres Verbandes tätig. (...) Mit seinem Tod verlieren der DStGB und die gesamte kommunale Familie eine außergewöhnliche und prägende Persönlichkeit.”
Schäfer „ein großer Kommunaler”
Die Sozialdemokratische Gemeinschaft für Kommunalpolitik in Nordrhein-Westfalen (SGK NRW) reagierte „sehr betroffen“ auf den Tod von Roland Schäfer, wie es in einem Nachruf auf der SGK-Website heißt. Schäfer arbeitete viele Jahre im Vorstand der SGK NRW und engagierte sich auch im europäischen Pendant, der PES Local. Dort war er Präsident, 1. Vizepräsident und später Ehrenpräsident. In der Bundes-SGK arbeitete Schäfer ebenfalls mit, war dort seit 2001 in den Vorstand kooptiert. Die SGK NRW schreibt: „Mit Roland Schäfer verlässt ein großer Kommunaler die Bühne des Lebens.“
Dirk Bleicker
ist Leitender Redakteur der DEMO. Er hat „Public History” studiert.