Sachsen-Anhalt

Fast 70 Prozent: SPD-Landrat Burchhardt gelingt Wiederwahl

Carl-Friedrich Höck07. Juni 2021
Stimmzettel (Symbolfoto)
Nicht nur das Parlament wurde in Sachsen-Anhalt neu gewählt: In mehreren Landkreisen fanden am Sonntag auch Landratswahlen statt. Im Jerichower Land konnte der Sozialdemokrat Steffen Burchhardt einen beeindruckenden Erfolg einfahren.

Der Wahlabend in Sachsen-Anhalt verlief für die Genoss*innen insgesamt enttäuschend: Bei der Landtagswahl kam die SPD nur auf 8,4 Prozent. Jubeln konnten sie aber im Landkreis Jerichower Land. Denn dort heißt der Landrat in Zukunft weiterhin: Dr. Steffen Burchhardt.

SPD-Mann wiederholt seinen Erfolg

Der sozialdemokratische Amtsinhaber konnte sich über einen beachtlichen Zuspruch freuen: 69,9 Prozent der Wähler*innen machten ihr Kreuz bei Burchhardt. Sein Gegenkandidat René Jan Braunsberger (CDU) kam auf 30,1 Prozent.

Burchhardt hat somit sein Wahlergebnis von 2014 noch toppen können. Als damals erst 33-Jähriger war er mit 68,9 Prozent der abgegebenen Stimmen ins Amt des Landrates gewählt worden. Zuvor hatte er in Magdeburg Volkswirtschaftslehre studiert und anschließend als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Otto-von-Guericke-Universität gearbeitet. Zur Politik kam er vor neun Jahren, als er sich im Heimatort Möser für den Erhalt einer Kita einsetzte. Über sich selbst sagt Burchhardt, dass er zuhört, Menschen miteinander verbindet und Netzwerke knüpft. „Ich würde mir wünschen, dass wieder mehr Menschen respektvoll miteinander umgehen und sich für die Gemeinschaft auf irgendeine Weise engagieren“, erzählte Burchhardt kürzlich im Interview mit der Sachsen-Anhalt-Ausgabe der DEMO.

Anhalt-Bitterfeld bleibt schwarz

Auch in weiteren Landkreisen wurde gewählt. In Anhalt-Bitterfeld gewann der CDU-Politiker Andy Grabner die Wahl mit 57,4 Prozent. Damit tritt er die Nachfolge seines Parteikollegen Uwe Schulze an. Sven Knöchel (Die Linke) erreichte trotz Unterstützung von SPD und Grünen nur 16,7 Prozent. Auf Platz zwei landete AfD-Kandidat Volker Olenicak mit 25,8 Prozent.

In Landkreis Mansfeld-Südharz wird eine Stichwahl entscheiden, wer die Nachfolge von Angelika Klein (Die Linke) antritt. Diese findet am 20. Juni statt. Zur Wahl stehen dann André Schröder (CDU), der im ersten Wahlgang auf 33 Prozent der Stimmen kam, und Cathèrine Kayser von der AfD (21,7 Prozent). SPD-Kandidat Carsten Reuß konnte 15,3 Prozent der Wähler*innen für sich gewinnen – und lag damit zumindest über dem Landestrend seiner Partei.

Paul verpasst Stichwahl knapp

Das gilt auch für den Sozialdemokraten Sven Paul, der im Landkreis Wittenberg ein Ergebnis von 19,1 Prozent einfuhr. Damit verpasste er nur knapp den Einzug in die Stichwahl am 20. Juni. Dort stehen dann Christian Tylsch (CDU, 36,9 Prozent) und Frank Luczak (AfD, 19,5 Prozent) zur Wahl. Der bisherige Amtsinhaber Jürgen Dannenberg (Die Linke) war nicht wieder angetreten.

In Dessau-Roßlau waren die Bürger*innen aufgerufen, über die Nachfolge von Oberbürgermeister Peter Kuras (FDP) zu entscheiden. Neben drei Partei-Kandidaten von CDU, AfD und Grünen stellten sich gleich fünf Einzelbewerber zur Wahl. Einer von ihnen schaffte es auch in die Stichwahl am 27. Juni: Robert Reck fuhr mit 28,4 Prozent das beste Erstrundenergebnis ein. Reck hat bereits als Beigeordneter für Wirtschaft, Kultur und Sport praktische Erfahrungen in der Stadtpolitik gesammelt. Bis zum vergangenen Jahr gehörte er der SPD an. Sein Kontrahent in der Stichwahl wird der Christdemokrat Eiko Adamek (21,3 Prozent) sein.

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