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Wie Kommunen der Kultur in Krisenzeiten helfen können

Tanja Sagasser-Beil13. Juli 2020
Tanja Sagasser-Beil, SGK-Landesgeschäftsführerin in Baden-Württemberg
Vielen Künstler*innen sind wegen der Corona-Pandemie Einnahmen verlorengegangen. Die SPD-Stadtratsfraktion Heilbronn mit einem Konzept für Kulturveranstaltungen helfen. Etwa, indem die Stadt Bühnen und technische Ausstattung zur Verfügung stellt. Ein Beitrag der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Tanja Sagasser-Beil.

Die Kulturschaffenden leiden massiv unter der Corona-Krise und den damit verbundenen Einschränkungen. Nicht zuletzt durch entgangene Einnahmen entsteht auch ein wirtschaftlicher Druck auf die Künstler*innen. Nur wenige können auf sinnvolle Art und Weise Online-Formate anbieten und auch diese ersetzen nicht die konventionellen Live-Auftritte.

Auch wenn nun Lockerungen angelaufen sind und weitere in Aussicht gestellt werden, ist unklar, ob diese dauerhaft anhalten, weil sie an die Entwicklung der Infektionszahlen geknüpft sind. Außerdem stellen die Abstandsregeln und die erforderlichen Hygienemaßnahmen viele, insbesondere kleinere und ehrenamtliche bzw. nebenberufliche Künstler*innen vor Probleme.

Einnahmen ermöglichen

Es besteht die Gefahr, dass die in den Städten und Gemeinden seit vielen Jahrzehnten gewachsene Kulturlandschaft langfristig Schäden nimmt. Dies gilt es bestmöglich zu verhindern mit dem Ziel, möglichst vielen Menschen ein hochwertiges, vielfältiges kulturelles Angebot zu machen.

Deswegen hat die SPD-Gemeinderatsfraktion Heilbronn ein Konzept zur Durchführung von Kultur­veranstaltungen im Freien und in städtischen Hallen angeregt. Mit dem Antrag an die Stadtverwaltung schlagen sie vor, dass die Stadt Bühnen und technische Ausstattung kostenlos oder kostengünstig zur Verfügung stellt – im Sommer gerne im Freien. Ziel soll sein, den Künstlern vor dem Hintergrund der Einschränkungen zur Pandemie­eindämmung eine Einnahmequelle zu ermöglichen, um ihnen in der aktuellen Krisensituation zu helfen.

„Kulturschaffende sind durch die bisherigen Auftrittsverbote und Absagen von Veranstaltungen ganz direkt betroffen. Die Stadt muss intelligente Lösungen anbieten“, so der Fraktionsvorsitzende Rainer ­Hinderer. „Heilbronn ist Kulturstadt!“, ergänzt seine Stellvertreterin Tanja Sagasser-Beil. „Zu diesem Selbstverständnis gehört, dass wir in der Krisensituation auch gezielt unsere Kulturschaffenden unterstützen. Unser Konzept ist auch als Krisen-Konjunkturprogramm für die Kultur gedacht.“

Konkrete Vorschläge

Der Antrag enthält konkrete Forderungen wie die kostenlose oder kostengünstige Zurverfügungstellung von Auftrittsflächen im Freien oder in großen Räumen, in denen kulturelle Angebote unter den aktuell herrschenden Bedingungen und jeweils geltenden Verordnungen stattfinden können, die Unterstützung beim Verkauf von Online-Tickets über das Ticketing-System des Heilbronner Stadtmarketings, die Unterstützung bei der Umsetzung von Hygienemaßnahmen, z.B. durch Beratung oder Bereitstellung von Desinfektionsspendern und -mitteln zum Selbstkostenpreis und den Vorschlag, Auftritte über die Social-Media-Kanäle der Stadt zu bewerben oder auch zu streamen. Den Antrag, eine Pressemitteilung und ein Sharepic für Social Media findet ihr im Mitgliederbereich auf unserer Homepage.

 

Dieser Text wurde zuerst im Landes-SGK EXTRA Baden-Württemberg der DEMO veröffentlicht und erscheint hier mit freundlicher Genehmigung der SGK Baden-Württemberg.

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