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Karneval: Konfetti-Schnipsel erschweren die Arbeit der Abfallbetriebe

16. Februar 2026 12:36:46

Bunte Schnipsel, großer Ärger: Immer mehr Städte sagen Konfetti den Kampf an – auch wegen hoher Reinigungskosten und Umweltbelastung. Für die Abfallwirtschaftsbetriebe sorgt der Karneval für einen erheblichen Aufwand. 

Rosenmotagszug 2026

Sie fordern süße Kamelle und Strüßjer, wie kleine Blumensträuße genannt werden: Feiernde Jecken am Rande des Rosenmontagszugs in Köln. 

Kamelle, Kostüme und Konfetti – sie gehören für viele Jecken, wie die Feiernden im Karneval im Rheinland heißen, dazu. Doch einige Städte und Kommunen machen nicht mehr mit und haben ein Konfettiverbot erlassen. Schlagzeilen machte jüngst die Stadt Tuttlingen in Baden-Württemberg mit ihrem Konfettiverbot für die Session 2026. Die farbigen Papierschnipsel dürfen beim Fasnetsumzug nicht mehr verwendet werden. 

Herausforderung für Entsorger 

Als Grund dafür nannte ein Stadtsprecher mehreren Medienberichten zufolge steigende Mengen und hohen Reinigungsaufwand. Das Problem: Konfetti setzt sich in Fugen im Pflaster fest und wird rutschig, wenn es nass wird. Tuttlingen ist allerdings nicht die erste Stadt, die ein Konfettiverbot anordnet.  Auch in Aachen ist das Werfen von Konfetti beim Rosenmontagszug verboten. In Bad Neuenahr-Ahrweiler gilt ein Verbot bei Außenveranstaltungen im Stadtgebiet seit 2020. 

Konfetti, Kamelle, Flaschen, Einwegbecher: Die närrische Zeit ist eine große Herausforderung für die kommunalen Reinigungsbetriebe und Bauhöfe. Denn die festliche Zeit hinterlässt jedes Mal riesige Berge von Abfall. Der Verband kommunaler Unternehmen legte Zahlen vor, die zeigen, wie groß das Problem ist: Allein in den Karnevalshochburgen Köln, Düsseldorf und Mainz fallen jedes Jahr rund 700 Tonnen Karnevalsabfall zwischen Weiberfastnacht und Aschermittwoch an. 

Strassenkarneval: Tonnenweise Müll 

Im vergangenen Jahr kamen allein in Köln 450 bis 460 Tonnen Müll während des Straßenkarnevals zusammen. In Düsseldorf waren es laut einer VKU-Mitteilung 90 bis 160 Tonnen, in Mainz hinterließen die Karnevalisten mehr als 90 Tonnen Abfall. In Aachen kehrte die Stadtreinigung immerhin noch 25,3 Tonnen Dreck von den Straßen. 

Nicht nur in den großen Karnevalshochburgen, sondern bundesweit ziehen bunte Umzüge durch die Straßen. „Überall gilt, dass eine verantwortungsbewusste Abfallentsorgung entscheidend ist, um Innenstädte und Veranstaltungsorte schnell wieder sauber zu bekommen“, hieß es kürzlich in einer Stellungnahme des VKU. Um Müll zu reduzieren, setzten Städte neben Konfettiverboten auch auf Maßnahmen wie Glasverbotszonen, Mehrwegkonzepte und zusätzliche Sammelbehälter, so der VKU. 

Plädoyer für mehr Eigenverantwortung

In Köln sorgte am vergangenen Donnerstag an Weiberfastnacht die Glassammelaktion „Fläschback“ dafür, dass viele ihre Flaschen direkt an einem LKW vor Ort zurück geben konnten. „So konnten große Mengen Glas direkt der Wiederverwertung zugeführt werden – ein Pluspunkt für Sicherheit und Nachhaltigkeit im Straßenkarneval“, resümierten die Kölner Abfallwirtschaftsbetriebe in einer ersten Bilanz.

Der VKU appellierte im Namen der kommunalen Entsorger an die Mitarbeit der Feiernden: Pfandfreie Getränkedosen und Plastikbecher gehörten in die Gelbe Tonne, Papier und Pappe in die Papiertonne, Glas ausschließlich in bereitgestellte Sammelbehälter, und nicht verteilte oder liegengebliebene Süßigkeiten sollten als Restmüll entsorgt werden. 

Generell empfehlen die Abfallbetriebe, freiwillig darauf zu verzichten, Kleinteiliges wie Konfetti, Plastikglitzer oder ähnliches zu verstreuen, um die Arbeit der Reinigungskräfte zu erleichtern. Auch der Umwelt kommt ein Verbot zugute: Vor allem Konfetti aus Plastik oder Aluminium schade der Umwelt, warnt die Deutsche Umwelthilfe auf ihrer Facebook-Seite. Als Mikroplastik verschmutzten die kleinen Schnipsel dann die Nahrungskette und Gewässer.

Autor*in
Karin Billanitsch

ist Redakteurin beim vorwärts-Verlag und schreibt für die DEMO – Das sozialdemokratische Magazin für Kommunalpolitik.

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