Papieratlas 2019

Kommunen setzen immer stärker auf Recyclingpapier

Carl-Friedrich Höck22. Oktober 2019
Bereit für die Wiederverwertung: gebündeltes Altpapier, aufgenommen in Berlin
Mehr als 180 Kommunen und Hochschulen haben sich am diesjährigen Wettbewerb „Papieratlas” beteiligt. Das Ergebnis zeigt: Die Recyclingpapier-Quoten sind erneut gestiegen. Sieger sind Oldenburg, der Kreis Höxter und die TU Kaiserslautern.

Oldenburg ist als recyclingpapierfreundlichste Stadt des Jahres ausgezeichnet worden. Die niedersächsische Stadt hat den Wettbewerb „Papieratlas 2019“ gewonnen und sich damit gegen 101 weitere Groß- und Mittelstädte durchgesetzt.

Umweltministerium unterstützt den Papieratlas

Der Wettbewerb wird seit 2008 alljährlich von der „Initiative Pro Recyclingpapier“ (IPR) durchgeführt. Partner sind das Bundesumweltministerium und das Bundesumweltamt sowie der Deutsche Städtetag, der Deutsche Städte- und Gemeindebund, der Deutsche Landkreistag und der Hochschulverband. Ziel ist es, „mittels eines positiven Wettbewerbs die Verwendung von Recyclingpapier mit dem Blauen Engel in den Städten voranzubringen“, wie die IPR mitteilt.

Das funktioniert augenscheinlich gut. Im Durchschnitt verwenden die 102 Groß- und Mittelstädte, die sich in diesem Jahr am Wettbewerb beteiligten, zu 89 Prozent Recyclingpapier. Zum Vergleich: 2008 hatten sich noch 65 Städte an der Erhebung beteiligt, der Anteil an Recyclingpapier lag bei etwa 70 Prozent. Entsprechend vermeldet die IPR in diesem Jahr „eine Rekordbeteiligung und erneut gestiegene Recyclingpapierquoten.“

Oldenburg und Kreis Höxter mit Bestwerten

Diese beträgt in Oldenburg innerhalb der Verwaltung sogar 100 Prozent, was aber auch auf die nächstplatzierten Städte Bottrop, Hameln, Münster und Erlangen sowie weitere Kommunen zutrifft. Den Ausschlag für den Sieg haben daher Sonderpunkte gegeben, die die IPR vergibt. Diese honorieren beispielsweise den Einsatz von Recyclingpapier in Schulen oder der städtischen Hausdruckerei, aber auch besonderes Engagement für die Verwendung von Recyclingpapier. Das können etwa Informationskampagnen an Schulen sein. Oldenburg kam so auf 19 Sonderpunkte, das zweitplatzierte Bottrop immerhin noch auf 15.

Seit 2018 können sich auch Landkreise an dem Wettbewerb beteiligen. Sieger sind in diesem Jahr der Kreis Höxter und der Kreis Ahrweiler – mit einer Recyclingpapierquote von 100 Prozent in der Verwaltung sowie 18 beziehungsweise 17 Sonderpunkten. Insgesamt beteiligten sich 36 Landkreise am Papieratlas. Im Schnitt erreichen sie eine Recyclingpapierquote von 79 Prozent.

Aufsteiger Ahrweiler

Ahrweiler ist zugleich „Aufsteiger des Jahres“ im Landkreiswettbewerb. Der Kreis hat den Anteil an recyceltem Papier in der Verwaltung innerhalb eines Jahres von 0 auf 100 Prozent gesteigert. Unter den Städten stach Karlsruhe mit einer Steigerung von 55 auf 98 Prozent hervor. Ausgezeichnet wurde auch die Stadt Bonn als Mehrfachsieger, weil sie es seit dem Jahr 2010 kontinuierlich in die Spitzengruppe schafft.

In der Kategorie Hochschulen sicherte sich die Technische Universität Kaiserslautern sowohl den ersten Platz in der Gesamtbetrachtung als auch den Titel „Aufsteiger des Jahres“.

Recyclingpapier spart Wasser und Energie

Der Papieratlas errechnet übrigens auch die ökologischen Einspareffekte durch die Verwendung von Papier, das mit dem „Blauen Engel“ gekennzeichnet ist. Alle Teilnehmer hätten gemeinsam 530 Millionen Liter Wasser und 110 Millionen Kilowattstunden Energie gespart, vermeldet die IPR.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) unterstützte die Preisverleihung am Dienstag als Schirmherrin. „Die deutschen Städte, Landkreise und Hochschulen zählen zu den Papier-Großverbrauchern“, schreibt sie in einem Grußwort für den Papieratlas 2019. „Mit einer nachhaltigen Beschaffungspolitik können sie eine enorme Hebelwirkung entfalten.“

Ergebnisse des Städte- und Landkreiswettbewerbes Papieratlas 2019 (PDF)
papieratlas.de
 

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