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Kita-Personal im Ländervergleich: große Unterschiede bei der Ausstattung

28. Januar 2026 16:40:37

Eine neue Studie der Bertelsmann-Stiftung zeigt massive Unterschiede bei der Personalausstattung von Kitas in Deutschland. Nur jede siebte Einrichtung erreicht die wissenschaftlich empfohlene Quote. Die Lage in den Bundesländern ist sehr unterschiedlich.

Kinder

Kinder eines Kindergartens werden in Rollwagen transportiert, im bayrisch-schwäbischen Kempten. Laut einer Studie können viele Kitas in Deutschland Kinder nicht optimal bedarfsgerecht fördern. 

Nach einer neuen Studie sind die Kindertagesstätten in Deutschland personell sehr unterschiedlich ausgestattet. Nur jede siebte Kita hat so viel Personal, wie Wissenschaftler für eine gute pädagogische Arbeit empfehlen. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie der Bertelsmann-Stiftung. 

Kita-Personal: Bundesländer im Vergleich

Nimmt man die einzelnen Bundesländer in den Fokus, gibt es große Unterschiede. Baden-Württemberg und Bremen liegen vorn, dort hat laut der Studie jeweils rund ein Drittel der Kitas die optimalen Ressourcen. In Niedersachsen weisen 20 Prozent die empfohlene Ausstattung mit Personal auf. Danach folgen Niedersachsen (knapp 20 Prozent) und Schleswig-Holstein (rund 17 Prozent). In Bayern sind es zum Beispiel etwas mehr als 12 Prozent. In den Ländern Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt können jeweils unter einem Prozent der Kitas alle Kinder bedarfsgerecht fördern, wenn man die Kriterien der Bertelsmann-Stiftung zugrunde legt. 

In manchen Kitas stehen lediglich 60 Prozent oder noch weniger der empfohlenen Personalressourcen zur Verfügung. In Sachsen trifft dies beispielsweise auf rund 84 Prozent der Kitas zu, heißt es in der Studie. Den besten Wert konnte hier Baden-Württemberg erreichen, wo der Personalmangel „nur” in 4,3 Prozent der Kitas derart gravierend ist. Die Ergebnisse können hier heruntergeladen werden. 

Die Bertelsmann-Stiftung warnt auch vor den Folgen für die Jüngsten wegen der knappen Personalausstattung: „Kitas könnten Kinder in ihrer Bildung und Entwicklung deutlich besser fördern, wenn sie eine bedarfsgerechte Personalausstattung hätten“, sagt Anette Stein, Director Bildung und Next Generation der Bertelsmann-Stiftung.

Die Anforderungen für bedarfsgerechte kindliche Bildung hängt in der Praxis sehr von der individuellen Situation der Kita ab. Die Größe der Einrichtung spielt ebenso eine Rolle wie das Alter der betreuten Kinder, der Anteil an Kindern mit nichtdeutscher Familiensprache oder besonderen Förderbedarfen wegen einer geistigen oder körperlichen Beeinträchtigung. „Chancengerechtigkeit kann es nur geben, wenn es gelingt, auf alle Kinder entsprechend ihrer Bedarfe einzugehen”, betont Anette Stein. 

Startchancen-Programm nutzen 

Die Autor*innen der Studie haben eine sogenannte „Personalausstattungsquote“ entwickelt, die zeigt, wie Kitas, gemessen an ihren Aufgaben und Förderbedarfen der Kinder, personell aufgestellt sind. In den komplizierten Indikator fließt zum Beispiel mit ein, dass nur zwei Drittel der Arbeitszeit für unmittelbare pädagogische Arbeit verwendet werden, weil Ausfallzeiten und andere Tätigkeiten abgezogen werden.

Mit Geld aus dem „Startchancen-Programm“ bietet sich aus Sicht der Expert*innen der Stiftung die Chance, Kinder mit besonderen pädagogischen Anforderungen besser zu fördern. Das Programm würde jedoch vor allem dann Wirkung entfalten, wenn die daraus finanzierten zusätzlichen Personalstunden tatsächlich für die Arbeit mit den Kindern mit besonderen Förderbedarfen zur Verfügung stünden, erläutert Kathrin Bock-Famulla, Expertin für frühkindliche Bildung der Bertelsmann-Stiftung in einer Mitteilung.

Auf einen weiteren wichtigen Punkt weist Bertelsmann-Expertin Anette Stein noch hin: Nur mehr Personal reiche nicht – es brauche qualifizierte Fachkräfte und gut funktionierende Teams. 

Autor*in
Karin Billanitsch

ist Redakteurin beim vorwärts-Verlag und schreibt für die DEMO – Das sozialdemokratische Magazin für Kommunalpolitik.

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