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Kommunalwahlen in Bayern: Reiter muss in München in die Stichwahl

8. März 2026 21:35:54

In Bayern wurden Kommunalparlamente, Bürgermeister*innen, Oberbürgermeister*innen und Landrät*innen neu gewählt. Nach dem ersten Wahlgang liegt Amtsinhaber Dieter Reiter in München vorn. SPD-Wahlerfolge erzielten Thomas Jung in Fürth und Florian Töpper im Kreis Schweinfurt.

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter am Mikrofon vor SPD-Banner

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (Archivbild, 2024)

In Bayern haben am Sonntag Kommunalwahlen stattgefunden. Gewählt wurden die kommunalen Vertretungen in den Städten, Gemeinden, Märkten und Landkreisen. Außerdem konnten die Wähler*innen in den meisten Kommunen über ihre Oberbürgermeister*innen, Bürgermeister*innen und Landrät*innen abstimmen.

Viele Ergebnisse stehen noch aus

Die Auszählung der Ergebnisse zu den Kommunalparlamenten wird voraussichtlich mehrere Tage in Anspruch nehmen. Grund ist das komplizierte bayerische Kommunalwahlrecht. Die Wähler*innen können kumulieren und panaschieren.  Das bedeutet, sie können ihre Stimmen auf Kandidierende verschiedener Listen verteilen oder auch mehrere Stimmen an eine*n Bewerber*in vergeben. Die Kommunalwahlen in Bayern finden alle sechs Jahre statt. Es gibt keine Fünf-Prozent-Hürde.

Die letzte landesweite Umfrage vor den Kommunalwahlen sah die CSU deutlich vorn, allerdings nur mit 33 Prozent der Stimmen. Dahinter folgten die AfD mit 14 Prozent und die Freien Wähler mit elf Prozent. Für die Grünen wurden zehn Prozent prognostiziert, für die SPD acht Prozent. Für die Linke wurden zwei Prozent vorhergesagt, für BSW, FDP, Bayernpartei und ÖDP jeweils rund ein Prozent. Durchgeführt wurde die Umfrage vom Institut GMS im Auftrag von Sat 1 Bayern.

Dieter Reiter zeigte sich enttäuscht

Für die Direktwahlen lagen am Sonntagabend erste Ergebnisse vor. In München muss der sozialdemokratische Amtsinhaber Dieter Reiter in die Stichwahl. Laut vorläufigem Ergebnis kommt er auf 35,6 Prozent der Stimmen. Auf Platz zwei folgt Dominik Krause (Grüne) mit 29,5 Prozent. Clemens Baumgärtner von der CSU hat es dagegen mit 21,3 Prozent nicht in die Stichwahl geschafft.

Reiter war als klarer Favorit in den Wahlkampf gestartet, zuletzt aber in die Kritik geraten – unter anderem wegen einer Tätigkeit beim FC Bayern München, die der Stadtrat nicht genehmigt hatte. Die Stichwahl ist für den 22. März terminiert. Reiter sprach laut Medienberichten von einem „für mich doch enttäuschenden Wahlabend“ und räumte ein, in den vergangenen Wochen Fehler gemacht zu haben.

In Nürnberg kam CSU-Amtsinhaber Marcus König auf 46,0 Prozent der Stimmen. Ebenfalls in die Stichwahl geschafft hat es SPD-Kandidat Ahmed Nasser, für den 26,5 Prozent der Wähler*innen votierten.

In Augsburg hat die bisherige Oberbürgermeisterin Eva Weber (CSU) laut vorläufigem Ergebnis 34,0 Prozent der Stimmen erhalten. Florian Freund von der SPD belegt mit 19,9 Prozent den zweiten Platz.

Viele Stichwahlen und ein klarer Wahlsieger

In Regensburg tritt die bisherige Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) nicht wieder an. Laut vorläufigem Ergebnis kommt es hier ebenfalls zu einer Stichwahl. Dort duellieren sich Astrid Freudenstein (CSU), die 37,5 Prozent erhielt, und SPD-Kandidat Thomas Burger, für den 19,1 Prozent der Wähler*innen stimmten.

In Fürth konnte der sozialdemokratische Amtsinhaber Thomas Jung einen überragenden Wahlsieg feiern. Laut vorläufigem Ergebnis sprachen sich 72,1 Prozent der Wähler*innen für eine weitere Amtszeit aus. Der Zweitplatzierte Maximilian Ammon (CSU) kam lediglich auf 8,5 Prozent der Stimmen.

Enger geht das Rennen in Erlangen zu. Der bisherige Oberbürgermeister Florian Janik von der SPD ist mit einem Ergebnis von 29,0 Prozent in die Stichwahl eingezogen. Etwas besser schnitt CSU-Herausforderer Jörg Volleth ab. Ihm gaben 35,8 Prozent der Erlanger*innen an den Wahlurnen ihre Stimme.

Neben Jung konnten sich sechs weitere Sozialdemokrat*innen bei OB-Wahlen im ersten Wahlgang durchsetzen: Dirk Vogel siegte in Bad Kissingen (73,3 Prozent). In Coburg gewann Dominik Sauerteig (51,8 Prozent). Wahlerfolge gelangen auch Florian Hartmann in Dachau (56,8 Prozent), Michael Jahn in Günzburg (56,6 Prozent), Peter Reiß in Schwabach (63,0 Prozent) und Eva Reichstadt in Weißenburg in Bayern (54,5 Prozent). Die CSU-Kandidierenden setzten sich in elf Städten bereits im ersten Wahlgang durch. In sechs Städten gewannen parteilose oder von lokalen Wähler*innengemeinschaften aufgestellte Bewerber*innen die OB-Wahl. In 26 Städten entscheidet sich erst am 22. März, wer die Stichwahl für das Amt der Oberbürgermeisterin oder des Oberbürgermeisters gewinnt.

Töpper wiedergewählt

In den meisten Landkreisen liegen CSU-Kandidierende vorn. In 25 Landkreisen genügte ihnen ein Wahlgang für den Sieg. Sieben Landkreise wurden von Kandidierenden der Freien Wähler beziehungsweise  FWL und FWG geholt.

Die SPD konnten einen Erfolg im Landkreis Schweinfurt feiern. Dort bleibt der bisherige Landrat Florian Töpper (SPD) im Amt. Er gewann die Wahl mit 59,2 Prozent der Stimmen vor Gabriele Jakob (CSU) und Ralf Prang (AfD).

Autor*in
Porträtfoto Mann mit Brille und dunkelblonden Haaren
Carl-Friedrich Höck

ist Leitender Redakteur der DEMO. Er hat „Public History” studiert.

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