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Kunst im Rathaus für alle zugänglich

31. December 2025 00:00:00

Die Rathausgalerie München sieht sich demokratischen Werten verpflichtet. Der Eintritt in den Kunstraum ist kostenfrei, für alle zugänglich und der Gedanke der Kunstvermittlung wird großgeschrieben. 

Rathausgalerie München

Brunnen in der historischen Halle der Rathausgalerie München

Am Marienplatz in München, in bester Lage, ist die Rathausgalerie einer der bestbesuchten Kunstorte der Stadt – und mit 750 Quadratmetern auch einer der größten. Die kommunale Galerie in der historischen Halle mit großem Glasdach und dem plätschernden Brunnen ist einer von sechs städtischen Kunsträumen. 

Hier werden jeweils von März bis November Ausstellungen zeitgenössischer Kunst gezeigt, die spannende Einblicke in die Münchner Kunstszene bieten. Insbesondere die Rathausgalerie ist aufgrund ihrer sehr zentralen Lage ein Raum für Dialog und Begegnung, der einlädt zur Beschäftigung mit zeitgenössischer Kunst.

Räume bieten wichtige Ausstellungsmöglichkeiten 

„All diese Räume bieten vor allem den Künstler*innen in München wichtige und gut sichtbare Ausstellungsmöglichkeiten, ungeachtet einer kommerziellen Verwertbarkeit. Sie sind damit ein Bindeglied zwischen kommerziellen Galerien und oft von Künstler*innen selbstorganisierten Off-Spaces sowie den großen Museumshäusern in München, wie dem Lenbachhaus und der Villa Stuck“, sagt Nina Oswald, die seit 2023 für die Galerie verantwortlich ist. 

Nicht nur München, sondern viele Kommunen von Augsburg bis Speyer setzen auf Kunst im eigenen Rathaus. Zur Zeit ist in München, 80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs, die Ausstellung „Stadt in Trümmern. Herbert List und die Ruinenfotografie in München“ zu sehen, kuratiert vom Münchner Stadtmuseum.

Die Einrichtung hat einen besonderen Auftrag: „Das Profil der Rathausgalerie ist durch den Stadtratsbeschluss von 2009 so definiert, dass hier vor allem zeitgenössische Künstler*innen ausgestellt werden sollen, die in München leben und arbeiten und in der Münchner Kunstszene bereits ein gewisses Standing haben“, teilt Oswald mit. 

Als städtischer Kunstraum sei die Rathausgalerie den demokratischen Werten besonders verpflichtet, kostenfrei und für alle zugänglich, betont Oswald. „Hier kommen Künstler*innen und Künstler, Münchner Bürgeri*nnen, nationale wie internationale Besucher*innen zusammen und finden einen Ort, an dem sie sich mit aktuellen, künstlerischen Positionen und gesellschaftlichen Themen beschäftigen können.“ 

Vermittlung von kuratorischen und künstlerischen Ideen

Wichtig ist auch die kulturelle Bildungsarbeit. Die Vermittlung von kuratorischen und künstlerischen Ideen habe in der Rathausgalerie einen hohen Stellenwert, um Besucher*innen ohne spezielles Vorwissen einen Einstieg in die Thematik zu ermöglichen, heißt es. „Hierzu werden die jeweiligen Mitarbeitenden der Rathausgalerie geschult“, betont Nina Oswald. 

Auf Inklusion wird ebenfalls Wert gelegt: Zusätzlich zu Texten auf Deutsch und Englisch werden auch Texte in Einfacher Sprache ausgelegt. Bei den Eröffnungen werden alle Reden von einer Gebärdendolmetscherin in Deutsche Gebärdensprache übersetzt. Es gibt auch kostenfreie Workshops für alle Altersklassen. Seit März 2025 bis heute haben mehr als 55.500 Menschen die Ausstellungen der Rathausgalerie besucht. Oswald: „Im Trubel der Stadt ist sie ein Ort der Ruhe, an dem Kunst lebendig und erlebbar wird.“

In den Monaten Dezember bis März gibt es keine Kunstausstellungen; dann steht die Rathausgalerie für diverse Ausstellungsthemen zur Verfügung, zum Beispiel für Ausstellungen zur Stadtentwicklung, die das Planungsreferat organisiert. 

Autor*in
Karin Billanitsch

ist Redakteurin beim vorwärts-Verlag und schreibt für die DEMO – Das sozialdemokratische Magazin für Kommunalpolitik.

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