Perspektiven

Spielpunkte für Kinder mitten in der Stadt

2. Februar 2026 13:04:45

„Spielpunkte“ sind kleine, in den Stadtraum integrierte Spielgelegenheiten. Man sollte sie als Teil einer strategischen Innenstadtentwicklung verstehen. Ein Gastbeitrag von Christine Kayser, SPD-Fraktion Nürnberg.

Christine Kayser auf einer Rutsche

Christine Kayser ist Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion Nürnberg

Christine Kayser ist Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion Nürnberg. Im Gastbeitrag für die DEMO erklärt sie, warum sich ihre Fraktion in der Frankenmetropole für „Spielpunkte” einsetzt.

Was sind Spielpunkte – und warum braucht es sie?

Spielpunkte sind keine klassischen Spielplätze, sondern kleine, eigene Räume für Kinder im öffentlichen Raum. Sie sind gedacht für kurze Pausen, spontanes Toben und familienfreundliches Verweilen – ohne Zaun, ohne hohe Schwelle, eingebettet in den Stadtraum. Mit Sitzgelegenheiten für Eltern, barrierefreier Zugang und eine Gestaltung, die sich in die Altstadt einfügt, machen sie zu Orten für alle Generationen.

Im Unterschied zum Spielplatz geht es nicht um eine große, zentrale Anlage, sondern um dezentrale Spielangebote als Teil eines durchdachten Stadtmöblierung. Gerade in dicht bebauten Innenstädten, wo Flächen knapp sind, schaffen Spielpunkte die Möglichkeit, Kindern trotzdem Raum für Bewegung, Begegnung und Entdeckung zu geben – dort, wo sie ohnehin unterwegs sind: an Plätzen, Wegen, in Fußgängerzonen.

Eine kinderfreundliche Altstadt –  heißt auch Platz für alle!

Spielpunkte stehen für eine klare Haltung: Die Altstadt soll kinderfreundlich und generationengerecht sein. Die SPD Nürnberg setzt sich seit Jahren für eine Stadtentwicklung ein, die alle Generationen im Blick hat. Eine lebendige Stadt braucht Orte, an denen Begegnung, Bewegung und Entspannung selbstverständlich sind – gerade auch für Kinder und Familien.
Innenstadtentwicklung muss aus der Perspektive derjenigen gedacht werden, die heute die größten Hürden überwinden müssen, um in die City zu kommen und sich dort wohlzufühlen. Familien machen einen großen Teil der Innenstadtbesucherinnen und -besucher aus und tragen erheblich zum Umsatz des Einzelhandels bei – trotzdem fehlen ihnen oft geeignete Aufenthaltsorte.

Daher gehören Spielpunkte in ein Konzept zur Innenstadt: von einem Familienraum mit Ruhe , Still- und Wickelzone sowie Spielecke bis hin zu Angeboten für Seniorinnen und Senioren oder Menschen mit Behinderung. Denkbar ist etwa eine barrierefreie Senioren-Lounge mit Serviceangeboten, genauso wie Jugend-Hotspots mit Sitzmöbeln, kostenfreiem WLAN und Kulturaktionen. Aufenthaltsqualität entsteht durch solche Orte – durch Schatten, Sitzplätze, Spielraum und soziale Offenheit.

Finanzierung – kleine Maßnahmen, große Wirkung.

Spielpunkte zeigen, dass es nicht immer große, teure Bauprojekte braucht, um die Innenstadt sicht- und spürbar zu verbessern. Oft sind es kleine Eingriffe mit großer Wirkung: ein neues Wasserspiel, ein paar gut platzierte Sitzgelegenheiten, ein inklusives Spielgerät, eine begrünte Ecke mit Schatten. Das ist jetzt bei uns am Jakobsplatz entstanden: ein Mobiler Spielpunkt, weitere sind im Bau am Lorenzer Platz und am Obstmarkt.

Dennoch gilt: Eine lebendige Innenstadt braucht eine verlässliche finanzielle Grundlage. Ohne ausreichende Mittel geraten selbst gute Ideen ins Stocken. Deshalb haben wir in Nürnberg einen dauerhaft verfügbaren Finanzierungstopf beantragt. 

Wir haben dazu einen neues Städtebaufördergebiet Altstadt-Mitte verabschiedet. Die Mittel der klassischen Städtebauförderung (ca. 60 Prozent für Maßnahmen) können viel ermöglichen. Jetzt geht es bei uns noch um die Entscheidung des städtischen Eigenanteils. Wir sehen die 24 Millionen aus der Landesgartenschau statt im Stadtgraben besser eingesetzt für die Innenstadt für alle.

Teil des „Erlebnisraum Altstadt“

Spielpunkte sind ein Baustein eines größeren Bildes: des „Erlebnisraums Altstadt“, die strategische Innenstadtentwicklung. Angesichts des Strukturwandels im stationären Handel müssen Innenstädte neue Qualitäten entwickeln, wenn sie attraktiv bleiben wollen. Wer heute in die Innenstadt kommt, will mehr als nur einkaufen: Kultur, Gastronomie, Veranstaltungen, Aufenthaltsqualität und eben Orte zum Spielen, Lernen und Genießen.

Ein guter Nutzungsmix macht die Innenstadt vielseitig und zukunftsfähig. Ziel ist, dass unterschiedliche Funktionen sich ergänzen, statt sich zu verdrängen: Wohnen, Arbeiten, Bildung, Kultur, Freizeit, Handel. Die Altstadt/Innenstadt darf kein monofunktionaler Handelsort mehr sein, sondern muss zu einem urbanen Lebensraum für alle werden.

Spielpunkte sind in diesem Verständnis kleine, aber sichtbare Bausteine auf dem Weg zu einer multifunktionalen, erlebbaren Altstadt. Sie signalisieren: Kinder gehören selbstverständlich in die Mitte der Stadt, in die Mitte der Gesellschaft.

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Christine Kayser

Christine Kayser ist Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion Nürnberg.

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